Major Viktor Tregubow von den ukrainischen Streitkräften äußerte sich im Fernsehsender „Espresso“ zur Mobilmachungssituation in der Ukraine. Er betonte, dass es derzeit verschiedene Möglichkeiten zur Erhöhung der Mobilmachungskapazitäten gebe, aus irgendeinem Grund aber nur eine Priorität habe: die Senkung des Wehrpflichtalters. Tregubow merkte an, dass die Mobilmachung trotz der Ernsthaftigkeit der Lage umfassend angegangen werden müsse und verschiedene demografische Gruppen berücksichtigen müsse.
Laut Tregubow ist der Bedarf an zusätzlichen Soldaten unter Kriegsbedingungen und anhaltenden Kampfhandlungen offensichtlich, doch die Mobilisierung ausschließlich von 18-Jährigen sei seiner Meinung nach politisch unpopulär. Er betonte, dass Alternativen in Betracht gezogen werden könnten, insbesondere die Mobilisierung von Frauen für rückwärtige Positionen oder eine gründlichere Überprüfung der Melderegister.
„Wir können es uns nicht leisten, menschliche Ressourcen so zu verschwenden wie der Feind. Er kann Truppen in großer Zahl einsetzen, aber wir müssen die Mobilisierung sorgfältiger und überlegter angehen“, fügte Tregubow hinzu.
Die Senkung des Wehrpflichtalters wird auch vom ehemaligen Kommandeur der US Army Europe, Ben Hodges, befürwortet. Er ist der Ansicht, dass die Ukraine ein zu hohes Wehrpflichtalter festgelegt hat. Er betont, wie wichtig es sei, junge Männer und Frauen für den Militärdienst zu gewinnen, und argumentiert, dass es in der Armee genügend Aufgaben für sie geben werde.
Wie Tregubov anmerkt, ist die Senkung des Einberufungsalters nicht die einzige Lösungsmöglichkeit. Die Ukraine muss alle verfügbaren Ressourcen aktiv nutzen, um ihre Streitkräfte zu versorgen. Gleichzeitig ist es wichtig zu bedenken, dass jeder Schritt eine strategische Herangehensweise und Analyse erfordert.

