Ein Mitarbeiter einer Leichenhalle in der Region Charkiw wurde entlarvt, weil er sich systematisch die persönlichen Gegenstände verstorbener ukrainischer Soldaten angeeignet hatte, berichtete der Pressedienst der regionalen Staatsanwaltschaft.
Die Ermittlungen begannen, nachdem die Ehefrau des verstorbenen Verteidigers Kontakt zu ihr aufgenommen hatte. Der Frau fiel das Verschwinden des Verlobungsrings ihres Mannes auf, den er getragen hatte, bevor die Leiche in die Leichenhalle überführt wurde.
Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass eine junge Krankenschwester der Tschugujiw-Abteilung des staatlichen Kriminaldienstes „Charkiwer Regionalbüro für forensische medizinische Untersuchungen“ an dem Diebstahl beteiligt war. Sie nahm den Soldaten nicht nur Telefone, Ketten und andere Wertgegenstände ab, sondern schnitt ihnen mit einer Zange auch Eheringe von den Fingern.
Später übergab die Frau den gestohlenen Schmuck an Pfandhäuser und erhielt dafür Bargeld. Bei den Durchsuchungen wurden bei der Verdächtigen eine beträchtliche Menge Schmuck und Quittungen aus Pfandhäusern gefunden.
Polizeibeamte untersuchen die Beteiligung anderer Leichenschauhausmitarbeiter an ähnlichen Verbrechen und identifizieren alle Opfer.
Der Frau wurde ein Verdacht nach Artikel 185 Teil 4 (wiederholter Diebstahl unter Kriegsrecht) und Artikel 297 Teil 3 (illegaler Besitz von Gegenständen, die sich am Körper einer verstorbenen Person befanden) des ukrainischen Strafgesetzbuches vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft wird beim Gericht eine Präventivmaßnahme in Form einer Untersuchungshaft beantragen.