Die Ukraine will den Zugang von Beamten zu Immobiliendaten einschränken

Die Werchowna Rada der Ukraine plant, am 27. März in erster Lesung den Gesetzentwurf Nr. 11533 zu beraten, der den Zugang zu Informationen über Immobilien erheblich einschränken wird. Dies könnte die Arbeit von investigativen Journalisten erschweren und Risiken für Bürgerinnen und Bürger bergen, die Wohnungen kaufen.

Dies wurde vom Anti-Korruptionszentrum (ACC) gemeldet.

Was sieht der Gesetzentwurf vor?

Der Verfasser des Gesetzentwurfs ist Igor Fris, ein Abgeordneter der Partei „Diener des Volkes“. Das Dokument schlägt Folgendes vor:

  • Für die Zeit des Kriegsrechts und ein Jahr nach dessen Ende: genaue Informationen über den genauen Standort von Immobilien.

  • Katasternummern von Grundstücken ausblenden.

  • In offenen Registern dürfen nur Angaben über das Land oder den Verwaltungssitz des Standorts des Objekts gemacht werden.

Das bedeutet in der Praxis, dass es unmöglich sein wird, die Adresse einer bestimmten Immobilie herauszufinden. Beispielsweise wird im Register vermerkt, dass sich die Wohnung in Kiew befindet, jedoch ohne Angabe des Stadtteils oder der Straße.

Warum ist das gefährlich?

1. Erschwerung der journalistischen Arbeit:
Der Gesetzentwurf schränkt den Zugang zu Daten über die Immobilien von Amtsträgern ein. Dadurch wird es unmöglich, deren Angaben zu überprüfen, den Wert angegebener Wohnungen mit den tatsächlichen Preisen zu vergleichen und mögliche Korruptionsfälle zu untersuchen.

2. Risiken für Immobilienkäufer:
Ukrainische Käufer können den Eigentümer einer Wohnung oder eines Hauses vor dem Kauf nicht überprüfen, was das Betrugsrisiko erhöht. Wer eine Immobilie mit seinem letzten Geld oder geliehenem Geld erwirbt, läuft Gefahr, Betrügern zum Opfer zu fallen.

3. Verschleierung von Korruption:
Kritiker des Gesetzesentwurfs betonen, dass er ideale Bedingungen für die Verschleierung illegaler Vermögenswerte von Amtsträgern schafft. Ohne offenen Zugang zu den Registern wird die öffentliche Kontrolle praktisch unmöglich.

Was sagen die Verfasser des Gesetzesentwurfs?

Der Urheber der Initiative, Igor Fris, hat noch keine nachvollziehbare Erklärung dafür geliefert, wie solche Einschränkungen die Gesellschaft schützen sollen.

Abgeordnete und Wahlskandale

Erinnern wir uns: Der Abgeordnete Oleh Dunda (ebenfalls von der Partei „Diener des Volkes“) geriet kürzlich wegen seiner Angaben in einen Skandal. Sein Jahreseinkommen beträgt 658.000 Hrywnja, ein übliches Abgeordnetengehalt, das jedoch seinen luxuriösen Besitz nicht erklärt.

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