Die Ukraine steht erneut vor der Bedrohung eines größeren Masernausbruchs. Die hochansteckende Viruserkrankung tritt regelmäßig alle fünf bis sechs Jahre in Wellen auf. Doch die Statistiken sind diesmal alarmierend: Allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2025 wurden 472 Masernfälle registriert – 20,5-mal so viele wie im gleichen Zeitraum 2024. Damals betrug der Anstieg das 6,6-Fache im Vergleich zu 2023.
Diese Daten wurden vom Zentrum für öffentliche Gesundheit der Ukraine veröffentlicht. Die meisten Patienten wurden in den Regionen Transkarpatien, Tscherniwzi und Odessa festgestellt. In den Regionen Tscherniwzi und Odessa traten Todesfälle bei Kindern im Alter von 10 Jahren und 9 Monaten auf, die an schweren Begleiterkrankungen litten.
Experten betonen, dass Masern zu den ansteckendsten Krankheiten zählen und dass sich neun von zehn ungeimpften Personen, die mit einem Erkrankten in Kontakt kommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit infizieren. Die Inkubationszeit beträgt zehn bis zwölf Tage, danach treten die Symptome auf: hohes Fieber, Husten, Bindehautentzündung, Bläschen auf den Schleimhäuten und ein charakteristischer Hautausschlag.
Ungeimpfte Kinder sind besonders gefährdet, und die Masernbehandlung lindert lediglich die Symptome. Die Impfung ist nach wie vor die einzige wirksame Präventionsmaßnahme.
In der Ukraine wird der Kombinationsimpfstoff MMR (Masern, Mumps, Röteln) verwendet, der im nationalen Impfkalender aufgeführt ist. Kinder erhalten die erste Dosis im Alter von 12 Monaten und die zweite mit 6 Jahren. Zwei Dosen erzeugen eine lang anhaltende Immunität, die zuverlässig vor der Krankheit schützt.
Das Zentrale Gesundheitszentrum appelliert an Eltern, den Impfstatus ihrer Kinder zu überprüfen und gegebenenfalls versäumte Impfungen nachzuholen. Dies hilft, nicht nur Krankheiten, sondern auch schwerwiegende Komplikationen wie Lungenentzündung, Hörverlust, Enzephalitis und Tod zu vermeiden.

