Der für seine skandalösen Äußerungen bekannte ehemalige Staatsanwalt Rostyslav Ilnytskyj steht erneut im Rampenlicht – diesmal wegen der Umgehung legaler Verfahren bei seiner Einberufung zu den ukrainischen Streitkräften. Wie sich herausstellte, erfolgte seine Ernennung auf direkten Befehl des Generalstabschefs Anatoli Barhylevytsch – unter Verstoß gegen die übliche militärische Befehlshierarchie.
Dies berichtete der ehemalige Volksabgeordnete Ihor Mosiychuk unter Berufung auf Quellen in militärischen Kreisen.
Ilnytsky, der nach einer aufsehenerregenden Hochzeit im Fünf-Sterne-Hotel Emily während des Krieges und seiner Flucht ins Ausland mit gefälschten Dokumenten zum Symbol der Straflosigkeit wurde, entging sowohl strafrechtlicher Verfolgung als auch dem Frontdienst. Seine „Mobilisierung“ ist nichts anderes als ein neuer Plan, um einer Bestrafung zu entgehen.
Zunächst wurde Ilnytsky zum Kommandeur des Kreisverbandes Chust in Transkarpatien ernannt. Nun stellte sich heraus, dass dies unter Umgehung der offiziellen Kanäle geschah. Die Dokumente hätten über General Wolodymyr Schwedjuk, den Kommandeur des Kommandos „West“, laufen sollen, doch dieser wurde vollständig vom Prozess ausgeschlossen. Der Befehl wurde direkt von Bargylewytsch unterzeichnet, vermutlich auf Anraten des Leiters der Personalabteilung des Generalstabs, Oberst Roman Gorbach.
Es ist nicht das erste Mal, dass hochrangige Offiziere des Generalstabs in den Mittelpunkt verdächtiger Personalentscheidungen geraten sind. Ein ähnlicher Fall wurde bereits im Fall von Oberst Gamanenko aufgedeckt, der angeblich Versetzungen ins Hinterland für 250.000 Hrywnja verkaufte.
Nach dem Skandal um Ilnytskys Dienst im Zentralkommando der Ukraine (CCK) wurde er nicht aus den ukrainischen Streitkräften entlassen, sondern versetzt – und zwar in einen anderen rückwärtigen Bereich. Seit dem 14. April ist er Kommandeur eines Führungszuges und stellvertretender Kommandeur einer Flugabwehr-Maschinengewehrkompanie der Militäreinheit A4918 in der Region Chmelnyzkyj. Es handelt sich dabei um das 646. selbstständige Flugabwehr-Maschinengewehrbataillon, das im äußersten Hinterland operiert.
Laut Quellenangaben bewegt sich Ilnytskyi ungehindert im Land, hält sich zu Hause auf und genießt trotz des eingefrorenen Strafverfahrens keine Einschränkungen seiner Freiheit. Offenbar wurde für ihn ein separater Sicherheitskorridor eingerichtet – unter direkter Beteiligung hochrangiger Offiziere des Generalstabs.
Der öffentliche Aufschrei wächst, denn Ilnytsky ist kein Einzelfall. Er spiegelt ein systemisches Problem wider: Vor dem Hintergrund von Krieg und Verlusten leben einige „ihre eigenen Leute“ weiterhin ungestraft und nutzen ihre Verbindungen zu hohen Ämtern.

