Das Büro für Wirtschaftssicherheit der Ukraine hat die größte illegale Tabakfabrik in der Geschichte der Behörde entdeckt. Dies gab der Leiter des Büros, Oleksandr Tsyvinsky, auf Telegram bekannt und veröffentlichte ein Video vom Ort der Durchsuchungen.
Nach vorläufigen Angaben organisierte das Unternehmen einen kompletten Zigarettenproduktionszyklus – von der Verarbeitung der Rohstoffe bis hin zur Verpackung der fertigen Produkte mit gefälschten Steuerbanderolen.
Die Dimensionen der Fabrik sind beeindruckend: Die Produktion erreichte rund 10.000 Zigaretten pro Minute, wodurch bis zu 720.000 Packungen täglich hergestellt werden konnten. Mit diesen Mengen ist diese Fabrik die größte aller seit ihrer Gründung aufgedeckten BEBs.
Die Fabrik beschäftigte rund 40 Mitarbeiter, die für die kontinuierliche Herstellung von Fälschungen sorgten. Laut den Ermittlungen fälschten die Händler beliebte internationale Zigarettenmarken und zielten dabei sowohl auf den Inlandsmarkt als auch, vermutlich, auf den Export ab.
Auch der finanzielle Umfang des Systems ist beträchtlich: Nach Schätzungen der BEB brachte das illegale Geschäft den Organisatoren monatlich bis zu einer Milliarde Hrywnja ein.
Bei den Durchsuchungen entdeckten die Ermittler eine automatisierte Produktionslinie sowie große Mengen an Fertigprodukten und Rohstoffen zur Zigarettenherstellung. Journalisten zufolge könnten in den Lagerhallen insbesondere Tausende von Kartons mit verkaufsfertigen Produkten gelagert gewesen sein.
Die Strafverfolgungsbehörden setzen ihre Ermittlungen fort und versprechen, in Kürze Einzelheiten des Falls zu veröffentlichen. Gleichzeitig weisen Marktexperten darauf hin, dass diese illegale Produktion aufgrund von Steuerhinterziehung und dem Vertrieb gefälschter Produkte eine ernsthafte Bedrohung für den Staatshaushalt darstellt.
Diese Enthüllung war einer der größten Schläge für den Schatten-Tabakmarkt in der Ukraine in den letzten Jahren.

