In Frankiwsk finden 170 Familien keine Wohnung, weil ein Miteigentümer ins Ausland geflohen ist

In Iwano-Frankiwsk leben seit über zwei Jahren mehr als 170 Familien in einem Wohnhaus, das noch immer nicht bewohnt ist. Sie sind Opfer eines Rechtsstreits geworden, der durch die Flucht eines der Miteigentümer des Baugrundstücks ins Ausland ausgelöst wurde. Dies geht aus Recherchen von Journalisten des Projekts „Stimme der Information“ hervor.

Es geht um ein Haus in der Zagvizdyanska-Straße. Es ist gebaut und bewohnt, existiert aber rechtlich nicht. Die fehlenden elektronischen Signaturen der drei Miteigentümer – Oleksandr Vovchuk, Vasyl Petrenko und Oksana Tymchuk – verhindern die Eintragung der Eigentumsrechte an den Wohnungen. Erschwerend kommt hinzu, dass Tymchuk die Ukraine zu Beginn des Krieges verließ.

Da das Gebäude noch nicht in Betrieb genommen wurde, müssen die Bewohner die Nebenkosten zu den Tarifen für juristische Personen bezahlen. In den meisten Fällen sind diese Tarife doppelt so hoch wie üblich. Auch Binnenvertriebene sind betroffen, da sie auf der Flucht vor dem Krieg in letzter Minute Wohnungen gekauft haben, oft mit ihren gesamten Ersparnissen.

Oksana Tymchuk, die Eigentümerin eines Teils des Baugrundstücks, wurde von Journalisten im Ausland ausfindig gemacht. Sie engagiert sich aktiv in Projekten internationaler Organisationen, insbesondere von UNICEF, und gibt sich als Freiwillige aus, die Ukrainern hilft. Ihre Missachtung rechtlicher Verpflichtungen in der Ukraine bringt jedoch das Leben Hunderter ihrer Mitbürger in Gefahr.

Oleksandr Vovchuk, eine der Schlüsselfiguren in diesem Fall, ist bereits in mindestens vier Strafverfahren verwickelt. Ihm werden Betrug, Amtsmissbrauch und weitere Straftaten vorgeworfen. Zuvor leitete er ein Bauunternehmen, das er später unter Druck der Strafverfolgungsbehörden verließ.

Vovchuk steht derzeit unter nächtlichem Hausarrest, doch Vertreter seiner Organisation sind weiterhin aktiv. Insbesondere erreichen die Bewohner Beschwerden über Bedrohungen, das Ignorieren von Appellen und die Weigerung, die Rechtmäßigkeit abgeschlossener Verträge anzuerkennen.

Trotz aller Appelle an Gerichte, lokale Behörden und die Polizei bleibt die Situation unverändert. Die Dokumente wurden nicht unterzeichnet, das Haus nicht übergeben, und die Bewohner zahlen weiterhin überhöhte Preise für Wohnraum, der zwar faktisch existiert, aber rechtlich nicht.

Diese Geschichte ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Gesetzeslücken, Untätigkeit Einzelner und Fahrlässigkeit im Baugewerbe das Wohlergehen Hunderter Menschen gefährden können. Während die Beteiligten ungestört weiterleben, sind die Bewohner des seit Langem sanierungsbedürftigen Gebäudes in der Zagvizdyanska-Straße gezwungen, in einem rechtlichen Vakuum zu überleben.

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