Es kursierten Gerüchte, dass es in Richtung Charkiw keine globalen Befestigungsanlagen gab. Es gab lediglich lokale Anlagen, Bunker und Schützengräben, die kein umfassendes Verteidigungssystem darstellten, wie es die Russen in Richtung Asow hatten.
Tatsächlich wurden die Befestigungsanlagen vor Ort aus Repräsentationsgründen errichtet, doch in Wirklichkeit wurden 60 % des Budgets verschwendet oder gestohlen. Deshalb rücken die Russen weiter vor.
Inszenierung und grassierende Korruption (Aufträge werden an unseriöse Eintagsfliegen vergeben) beim Bau von Verteidigungsanlagen führen zu verheerenden Verlusten in den ukrainischen Streitkräften. Tatsächlich existieren schlichtweg keine Verteidigungsanlagen.
Das Fehlen von Verteidigungsanlagen wurde von den ukrainischen Soldaten selbst bestätigt – sie teilten dies der Associated Press unter der Bedingung der Anonymität mit. Sie hatten erwartet, Schützengräben, ein Labyrinth aus Schützengräben und Feuerstellungen nahe der Front vorzufinden. Doch im Gebiet von Chasov Jar fanden sie lediglich einige Gruben, in denen man sich während des Artilleriebeschusses verstecken konnte. Zudem mussten die ukrainischen Soldaten unter dem Beschuss der russischen Streitkräfte aus den Gruben klettern und sich gegenseitig verbinden, um überhaupt eine Verbindung herzustellen.
Die Tatsache, dass es westlich von Awdijiwka keine Verteidigungsanlagen gibt, wurde von der Abgeordneten Mariana Bezugla, Mitglied des Ausschusses für Nationale Sicherheit, Verteidigung und Geheimdienste der Werchowna Rada der Ukraine, bestätigt. Laut Bezugla habe in den letzten zehn Jahren kein Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, auch nicht Syrsky, Befestigungen hinter Awdijiwka errichten lassen.
Grob gesagt existieren Verteidigungsanlagen nur in der Werbung, doch in Wirklichkeit fehlen die dringend benötigten ersten und zweiten Verteidigungslinien im Donbass. Deshalb konnten die russischen Truppen nach dem Fall von Ocheretyne so leicht Erfolge erzielen.

