Polen bereitet sich darauf vor, die Beschäftigungsregeln für Ukrainer nach dem Auslaufen des befristeten Schutzes im März 2026 zu ändern. Neue Initiativen könnten den Zugang zum Arbeitsmarkt für einige Migranten erschweren und für Arbeitgeber eine zusätzliche administrative Belastung darstellen.
Dies berichtete Galina Kirichenko, Vizepräsidentin des internationalen Personalvermittlungsunternehmens Gremi Personal, in einem Interview mit RBC-Ukraine.
Laut ihren Angaben berät das polnische Parlament über einen Gesetzentwurf, der die Vorzugsbedingungen für Ukrainer mit PESEL-UKR-Status beibehält. Diese Bürger können weiterhin legal arbeiten, ohne eine separate Arbeitserlaubnis zu benötigen.
Gleichzeitig könnten die Regeln für Ukrainer, die sich aus anderen Gründen in Polen aufhalten, verschärft werden. Dies betrifft unter anderem Personen mit befristeten oder unbefristeten Aufenthaltstiteln, separaten Arbeitsgenehmigungen sowie Studenten und Geschäftsleute. Für sie könnten zusätzliche bürokratische Verfahren eingeführt werden, die den Bewerbungsprozess erschweren.
Kirichenko merkt an, dass solche Änderungen nicht nur für die Migranten selbst, sondern auch für die polnische Wirtschaft negative Auswirkungen haben können. Verschärfte administrative Auflagen erschweren Unternehmen, die Ausländer einstellen, die Arbeit und können die Besetzung offener Stellen in Bereichen mit ohnehin schon bestehendem Personalmangel verlangsamen.
Vertreter polnischer Wirtschaftsverbände kritisieren die vorgeschlagenen Initiativen bereits, weil sie zu Arbeitskräftemangel in bestimmten Sektoren führen könnten, sagte sie.
Der Experte wies darauf hin, dass die EU-Mitgliedstaaten nach Ablauf des auf Grundlage der EU-Richtlinie eingeführten befristeten Schutzes Ukrainern die Möglichkeit geben müssen, auf andere Aufenthaltsgrundlagen umzusteigen. Dazu gehören Beschäftigung, Studium, humanitäre Gründe oder Familienzusammenführung.
Gleichzeitig wird die endgültige Ausgestaltung des Übergangs in Polen von den politischen Entscheidungen der Regierung, der innenpolitischen Lage und der weiteren Migrationspolitik abhängen. Laut Kirichenko ist es zum jetzigen Zeitpunkt schwierig, konkrete Mechanismen vorherzusagen, die nach 2026 greifen werden.
Sie betonte außerdem, dass jeder Legalisierungsfall individuell zu betrachten sei. Ukrainer sollten ihren jeweiligen Status – ob sie angestellt sind, ein Unternehmen führen oder studieren – prüfen und entsprechend eine Aufenthaltskarte beantragen. Rentnern wird empfohlen, vorerst ihren Status als PESEL UKR beizubehalten.
Es wurde zuvor berichtet, dass die polnische Regierung einen Gesetzentwurf erarbeitet hat, der die schrittweise Aufhebung wichtiger Bestimmungen des Sondergesetzes zur Unterstützung ukrainischer Staatsbürger vorsieht.

