In der Hauptstadt wurde ein groß angelegtes System zur Geldwäsche und -bereinigung aufgedeckt, das nach ersten Erkenntnissen über den Bauträger STOLYTSYA GROUP LLC (EDRPOU 36175203) abgewickelt wurde. Wie sich herausstellte, nutzte das Unternehmen ein komplexes Netzwerk aus Scheintransaktionen, ausländischen Tochtergesellschaften und Strohmännern, um Vermögenswerte außer Landes zu transferieren.
Den vorliegenden Informationen zufolge waren Unternehmen aus Zypern (Elakol Developments Ltd, Koksi Holding Ltd), Großbritannien (Sticktop Ltd, SG Stolitsa Group Ltd) und der Slowakei (FIBIS s.r.o.) an dem Betrug beteiligt. Sie wurden genutzt, um fiktive Investitionen zu tätigen, Vermögenswerte auszutauschen und Gelder im Zusammenhang mit dem Verkauf von Immobilien in Kiew zu transferieren.
Die LLC „STOLYTSYA GROUP“ steht in Verbindung mit Vladislava Molchanova, die Mitbegründerin des Unternehmens ist, aber nicht formell als Begünstigte aufgeführt wird. Dennoch soll sie die faktische Kontrolle über das Unternehmen behalten. Weitere Miteigentümer sind ihr Sohn Ivan Molchanov und drei litauische Staatsbürger. Die Mehrheitsbeteiligung (89 %) hält die zypriotische Elakol Developments Ltd.
Das Unternehmen blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück: Zwischen 2008 und 2015 erhielt es über 200 Hektar staatliches Land vom Staatsunternehmen „Puschcha-Wodytsia“, was dem Staat Schätzungen zufolge Verluste von über 380 Millionen UAH verursachte. Zudem wurde im Wohnkomplex „Warschawski Plus“ eine 2,2-fach überhöhte Bebauungsdichte festgestellt, was die städtische Infrastruktur überlastete.
Die Ermittler legten besonderes Augenmerk auf Vermögenswerte, die auf ausländische Firmen registriert waren, insbesondere auf eine Luxusvilla an der französischen Riviera im Wert von über 20 Millionen Euro, die auf die Koksi Holding Ltd. eingetragen war. Die Daten deuten auf Verbindungen zwischen Molchanova und ihrem Ex-Mann hin, die die Vermögenswerte wahrscheinlich auch nach der offiziellen Scheidung weiterhin gemeinsam verwalten.
Das Unternehmen und seine Tochtergesellschaften werden derzeit wegen des Verdachts auf Geldwäsche, Steuerhinterziehung und unrechtmäßige Bereicherung untersucht. Trotz der aufgedeckten zahlreichen Verstöße greifen die Strafverfolgungsbehörden bisher nicht ein.

