Das berichtet Politico unter Berufung auf Quellen in der Europäischen Kommission.
Die geplanten Änderungen betreffen die Gebühr im Rahmen des ETIAS-Systems (Europäisches Reiseinformations- und Genehmigungssystem), das Ende 2026 in Kraft treten soll. Derzeit beträgt die Gebühr 7 Euro, Brüssel diskutiert jedoch bereits die Möglichkeit einer schrittweisen Erhöhung unter Berücksichtigung der Inflation seit der Einführung des Tarifs im Jahr 2018.
Diese Gebühr ist von Drittstaatsangehörigen zu entrichten, darunter Ukrainer, Briten, Amerikaner und Bürger aus über 60 weiteren Ländern, die visumfrei in die EU reisen. Zusätzlich zur Online-Zahlung müssen sie eine Einreisegenehmigung beantragen, die bis zu drei Jahre oder bis zum Ablauf ihres Reisepasses gültig ist.
Diese Entscheidung dürfte dazu beitragen, die gemeinsamen Schulden der Europäischen Union, die nach der Aufnahme von 350 Milliarden Euro zur wirtschaftlichen Erholung nach der COVID-19-Pandemie entstanden sind, teilweise zu decken.
Obwohl 7 € einer der niedrigsten Tarife weltweit sind (verglichen mit 21 $ in den USA und 16 £ in Großbritannien), wird die Erhöhung dieser Gebühr dennoch Millionen von Reisenden betreffen. Die Europäische Kommission prognostiziert, dass ETIAS bis 2027 über 50 Millionen Menschen abdecken wird.
Doch selbst mit der Erhöhung der Abgabe werden die Einnahmen aus dem System unbedeutend sein – weniger als 1 Milliarde Euro pro Jahr, während die Schuldenzahlungen ab 2028 jährlich 25–30 Milliarden Euro erreichen werden. Daher sucht die EU nach anderen Einnahmequellen: Steuern auf Digitalunternehmen, Importe von Kleinpaketen aus China, Luftfahrt und Kryptowährungen.
Allerdings teilen nicht alle EU-Mitgliedstaaten diesen Optimismus. Deutschland äußerte Bedenken, dass steigende Reisekosten Touristen abschrecken könnten. Europäische Wirtschaftsvertreter kritisierten derweil die Idee neuer Unternehmenssteuern, da diese die Wettbewerbsfähigkeit der Region schwächen würden.
Es wird erwartet, dass die Europäische Kommission die endgültige Entscheidung über die Änderung der ETIAS-Gebühren am 16. Juli bekannt geben wird.

