Neue Regeln zur Regulierung von Arzneimittelpreisen treten in der Ukraine am 1. März 2025 in Kraft. Sie sehen unter anderem eine Begrenzung der Preisaufschläge auf 8 % vor. Die 100 meistverkauften ukrainischen Medikamente werden von den Änderungen am stärksten betroffen sein: Ihre Preise werden um 30 % gesenkt, während andere Medikamente um 20 % günstiger werden. Viele Experten befürchten jedoch, dass diese Änderungen erhebliche Auswirkungen auf den Pharmamarkt haben könnten.
Insbesondere Apothekenmitarbeiter befürchten, dass die Einführung solcher Gewinnbegrenzungen zur Schließung einiger Apothekenketten, vor allem in kleineren Ortschaften, führen könnte. Der Wirtschaftsexperte Borys Kushniruk betonte, dass eine administrative Preisregulierung durch Gewinnbegrenzungen zum Verschwinden bestimmter Medikamente aus den Apotheken sowie zu einer Monopolisierung des Marktes führen und die Medikamentenpreise dadurch weiter in die Höhe treiben könnte.
Der Berufsverband der Apotheker der Ukraine warnt davor, dass solche Maßnahmen zu einer Verringerung des Arzneimittelsortiments in Apotheken sowie zu Engpässen bei einigen Medikamenten führen könnten. Gleichzeitig könnten dadurch die Voraussetzungen für den illegalen Handel mit Medizinprodukten geschaffen werden.
Diese Änderungen wurden im Gesetzentwurf Nr. 11493 vorgenommen, der von der Werchowna Rada verabschiedet wurde. Die Europäische Wirtschaftsvereinigung und die Amerikanische Handelskammer äußerten Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen dieses Gesetzentwurfs auf die Patientengesundheit und die Investitionsattraktivität des ukrainischen Pharmasektors.

