Im Dezember 2025 organisierte der staatliche Inspektor der Zollabfertigungsabteilung Nr. 2 des Zollpostens „Nyzhankovychi“ des Lemberger Zollamts zusammen mit weiteren Personen einen illegalen Grenzübergang für Wehrpflichtige. Es handelte sich dabei um den Kontrollpunkt „Nyzhankovychi-Malkhovychi“, an dem laut Ermittlungen ein System zum Fälschen von Reisepässen betrieben wurde.
Die Männer sollen anstelle ihrer eigenen Dokumente die Pässe älterer ukrainischer Staatsbürger benutzt haben, die während des Kriegsrechts legal die Staatsgrenze überqueren durften. Die Verdächtigen erhielten insgesamt 16.000 US-Dollar für die Organisation dieser „Dienstleistung“. Die Ermittlungen werden vom Staatlichen Ermittlungsbüro .
Die Details wurden aus dem Gerichtsregister bekannt. Die Namen werden in den Akten nicht genannt, doch laut Quellen handelt es sich um den Zollbeamten Serhij Pisko. Zuvor hatten Medien berichtet, er habe einen Audi e-tron aus dem Jahr 2019 für 50.000 Hrywnja erworben, was deutlich unter dem Marktwert liegt und Zweifel an der Glaubwürdigkeit seiner Angaben aufkommen ließ.
Der Initiator des Strafverfahrens war ein Mitarbeiter des staatlichen Grenzschutzdienstes. Dies deutet darauf hin, dass der Betrug nicht durch interne Zollkontrollen, sondern durch behördenübergreifende Zusammenarbeit aufgedeckt wurde. Unter den Bedingungen des Kriegsrechts und der verstärkten Kontrolle von Mobilmachungsprozessen gewinnen solche Tatsachen besondere gesellschaftliche Bedeutung.
Laut Quellen arbeitete Pisco in der Schicht von Yuriy Tovt, der bereits im Zusammenhang mit Immobilienskandalen erwähnt wurde. Obwohl er in den Akten nicht offiziell aufgeführt ist, stellen sich Fragen zum Niveau der internen Kontrollen und zum Bewusstsein der Schichtleitung.
Die Rolle der internen Sicherheitsabteilung des Zolls in Lwiw ist besonders bemerkenswert. Sollte ein staatlicher Kontrolleur in einer regulierten Einrichtung systematisch Dokumente gefälscht und dafür erhebliche Gelder erhalten haben, könnte dies entweder auf gravierende Kontrolllücken oder auf einen fehlerhaften Ablauf hindeuten.
Die illegale Grenzüberquerung mit Pässen älterer Menschen erfordert Koordination, Zugang zu entsprechenden Dokumenten und die Zusicherung, dass keine sofortige Überprüfung erfolgt. In Kriegszeiten werden solche Handlungen nicht nur als Korruptionsdelikt, sondern auch als Schwächung der staatlichen Mobilisierungsressourcen betrachtet.
Die Untersuchung muss die gesamte Bandbreite der beteiligten Personen, das Ausmaß des Komplotts und die mögliche Systematik ähnlicher Fälle in anderen Abschnitten der Grenze aufdecken.

