In der Ukraine könnten die Kosten für Versorgungsleistungen in naher Zukunft angepasst werden. Erste Änderungen könnten bereits zu Sommerbeginn in Kraft treten. Dies erklärte der Abgeordnete Andrij Schupanyn.
Seinen Angaben zufolge ist eine Erhöhung der Wassertarife praktisch unausweichlich. Zudem sind Anpassungen der Strom- und Heizkosten möglich. Die Änderungen sollen voraussichtlich am 1. Juni in Kraft treten, konkrete Berechnungen wurden jedoch noch nicht veröffentlicht.
Zhupanyn erklärt, dass die ukrainischen Behörden unter Druck internationaler Partner stehen, die auf einer Senkung der Zölle auf ein wirtschaftlich vertretbares Niveau bestehen. Dies sei eine der Bedingungen für weitere Finanzhilfen.
Die schwierigste Lage herrscht in kleinen Gemeinden, wo die örtlichen Wasserversorger Verluste erwirtschaften. Einige Siedlungen in den Regionen Tschernihiw, Riwne und Lwiw haben bereits angekündigt, die Wassergebühren zu erhöhen.
Die Nationalbank der Ukraine weist zudem darauf hin, dass nach Ende der Heizperiode die Frage der Tarifanpassungen relevant wird. Die Regulierungsbehörde betont, dass das Energiesystem erhebliche finanzielle Mittel benötigt, um sich von den massiven Schäden zu erholen.
Der Bericht der Nationalbank der Ukraine (NBU) betont, dass ein dauerhaft niedriges Tarifniveau zu Ungleichgewichten im Energiesektor führt. Gleichzeitig könnte ein starker Anstieg den Inflationsdruck erhöhen und den Bedarf an Subventionen steigern.
Aktuell bleiben die Tarife unverändert. Der Gaspreis ist bis April 2026 auf 7,96 UAH pro Kubikmeter festgelegt, der Strompreis auf 4,32 UAH pro kWh. Die Mechanismen zur Eindämmung der Wärme- und Wasserpreise verlieren jedoch aufgrund von Budgetbeschränkungen zunehmend an Wirksamkeit.
Experten gehen davon aus, dass die Behörden ein Gleichgewicht zwischen den Forderungen internationaler Gläubiger und der Zahlungsfähigkeit der Bevölkerung finden müssen. Der Sommer 2026 könnte eine Zeit schwieriger Entscheidungen im Bereich der Zollpolitik werden.

