NABU und SAPO haben Wolodymyr Kowaltschuk, ein Mitglied des Stadtrats von Sokal in der Region Lwiw, über den Verdacht informiert. Die Vorwürfe beziehen sich auf die mutmaßliche Irreführung des Gerichts und die Verwendung gefälschter Dokumente in einem Fall, der die mögliche illegale Bereicherung des Leiters des ukrainischen Antimonopoldienstes (AMCU), Pawlo Kyrylenko, betrifft.
Den Ermittlungen zufolge erklärte Kyrylenkos Schwiegervater, Oleksandr Matienko, während der Verhandlung vor dem Obersten Antikorruptionsgericht die Herkunft der Gelder für den Kauf von Luxusimmobilien in Kiew. Vor Gericht gab er an, von Kowaltschuk ein Darlehen in Höhe von 800.000 US-Dollar erhalten zu haben.
Mit diesen Geldern soll die Familie Matienko Immobilien im Wohnkomplex Obolon Plaza erworben haben. Gleichzeitig gehen NABU und SAPO davon aus, dass die Herkunft dieser Vermögenswerte in direktem Zusammenhang mit Kyrylenko selbst steht.
Während der Vernehmungen und Gerichtsverhandlungen traten Widersprüche in den Aussagen der Beteiligten auf. Insbesondere konnte Matienko die Details der Vereinbarung sowie die Herkunft und Verwendung der Gelder nicht klar darlegen. Auch seine Erklärungen zu den Renovierungsplänen und dem anschließenden Verkauf der Immobilie weckten Zweifel bei den Ermittlern.
Die Ermittler legten besonderes Augenmerk auf den Darlehensvertrag selbst. Laut Gutachten wurde das Dokument, datiert auf 2021, tatsächlich viel später – im Jahr 2024 – erstellt, und die Unterschriften und Einträge könnten nachträglich vorgenommen worden sein. Der Experte kam außerdem zu dem Schluss, dass versucht wurde, das Dokument künstlich zu „altern“.
Trotzdem gab das erstinstanzliche Gericht im August 2025 Kovalchuks Klage auf Eintreibung der Schulden statt. Die südafrikanische Staatsanwaltschaft (SAPO) legte jedoch Berufung gegen diese Entscheidung ein, und der Fall ist derzeit beim Berufungsgericht anhängig.
Die Ermittler gehen außerdem davon aus, dass der Abgeordnete in seiner Erklärung falsche Angaben gemacht haben könnte, insbesondere hinsichtlich des angeblich gewährten Darlehens, und dass er auch gefälschte Dokumente verwendet haben könnte, um vor Gericht Beweise zu schaffen.
Kovalchuks Handlungen fielen unter mehrere Artikel des Strafgesetzbuches, die die Haftung für Irreführung des Gerichts, Verwendung gefälschter Dokumente und Angabe falscher Informationen vorsehen.
Die Situation entwickelt sich vor dem Hintergrund eines separaten Verfahrens gegen Pavlo Kyrylenko, gegen den zuvor ebenfalls wegen des Verdachts der Nichtdeklaration von Vermögenswerten ermittelt wurde, und gegen seine Frau, die im Verdacht der Beihilfe zur unrechtmäßigen Bereicherung steht.

