Im Nationalpark Tuzlivski Limany in der Region Odessa wurde erneut ein Austritt von Pflanzenöl an die Küste registriert. Dies ist die Folge eines Lecks im Schwarzen Meer, das im Dezember 2025 nach einem russischen Drohnenangriff auf den Handelshafen Pivdennyi auftrat.
Dies berichtete der Biologe und Nationalparkmitarbeiter Ivan Rusev. Laut seinen Angaben wandert Sonnenblumenöl, das nach der Beschädigung von Tanks nahe der Adzhalitsky-Mündung ins Meer gelangte, weiterhin durch das Schwarze Meer, und seine negativen Auswirkungen auf die Umwelt werden noch immer festgestellt.
Der Wissenschaftler erklärte, dass der Großteil des Pflanzenöls mit der Zeit polymerisierte und sich am Grund der Bucht von Odessa absetzte. Gleichzeitig bleibt ein Teil der Verschmutzung in Bewegung und wird bei starken Stürmen erneut an Land gespült, auch weit entfernt vom ursprünglichen Unfallort.
Nach einem heftigen Sturm am 6. Februar untersuchten Ökologen die Sandbank im Nationalpark. Die Untersuchung am 8. Februar ergab, dass verschiedene Küstenabschnitte mit einer Gesamtfläche von bis zu 10.000 Quadratmetern mit Pflanzenölflecken bedeckt waren.
Experten betonen, dass die Folgen der Verschmutzung auch Monate nach dem Unfall weiterhin gefährlich für das Ökosystem sind. Pflanzenöl im Meerwasser bildet einen Film, der den Zugang von Sauerstoff und Licht einschränkt und dadurch Meeresorganismen negativ beeinflusst.
Ökologen berichteten bereits zuvor, dass nach den Angriffen im Dezember auf die Hafeninfrastruktur der Region Odessa an mehreren Stränden tote Wasservögel verzeichnet wurden. Ende Januar wurde zudem eine Massenfreisetzung von Schwarzmeer-Seepferdchen, die auf der Roten Liste stehen, an der Küste festgestellt. Die Dichte der toten Tiere erreichte stellenweise Dutzende Exemplare pro Quadratmeter Küstenlinie.
Umweltschützer führen das Sterben seltener Meerestiere auf die durch den russischen Angriff verursachte Pflanzenölverschmutzung zurück. Sie schätzen, dass die ökologischen Folgen dieses Unfalls noch lange spürbar sein werden, insbesondere nach Stürmen und veränderten Meeresströmungen.

