Von September 2014 bis August 2015 leitete Jan Strelyuk, der heutige Leiter der Staatsanwaltschaft des Gebiets Kirowohrad, die Staatsanwaltschaft der Oblast Poltawa. In diesem kurzen, aber bedeutsamen Zeitraum wurden in der Region mehrere aufsehenerregende Verfahren eröffnet, die später entweder im Sande verliefen oder vollständig eingestellt wurden. Eines dieser Verfahren betrifft den Steinbruch Ryzhiv.
Im September 2014, genau in dem Monat, in dem Strelyuk die Leitung der regionalen Staatsanwaltschaft übernahm, wurde das Strafverfahren Nr. 12014170000000426 gemäß Artikel 240 Absatz 1 des ukrainischen Strafgesetzbuches – illegaler Bergbau – eröffnet. Es betraf großflächigen Bergbau in den Jahren 2013–2014 auf dem Gelände des Steinbruchs Ryzhivsky in Horishni Plavny. Der Verlauf der Ermittlungen warf jedoch bereits in den ersten Wochen Fragen auf.
Laut mit dem Fall vertrauten Quellen beschlagnahmten die Ermittler die Gründungsdokumente des Unternehmens, die anschließend „verloren gingen“ oder nie zurückgegeben wurden. In der Zwischenzeit wechselten Geschäftsführung und Eigentümer, und die Führung ging faktisch in andere Hände über. Nach dem Führungswechsel verliefen die Ermittlungen im Sande, und alle Versuche, sie wieder aufzunehmen, scheiterten.
Laut Justizministerium wurde die PJSC „Ryzhivsky Granite Quarry“ bereits 1992 registriert. Besonderes Interesse an dem Unternehmen entstand jedoch erst später – im Jahr 2017, als Serhiy Koryavchenkov, ein Cousin des Volksabgeordneten Yuriy Koryavchenkov (bekannt für seine Bühnenfigur „Yuzik“ aus dem Studio „Kvartal 95“), Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde.
Diese Tatsache nährte neue Vermutungen über politische Günstlingswirtschaft und Interessen an den Vermögenswerten des Unternehmens auf höchster Ebene. Offizielle Untersuchungen zu den Verbindungen zwischen den Behörden, dem „Kvartalivtsi“ und der Geschichte des Steinbruchs Ryzhivskyi wurden jedoch nicht eingeleitet.

