In der Region Lwiw haben die Ermittler einen groß angelegten Betrugsfall aufgedeckt, bei dem staatliche Zahlungen für einen in russischer Gefangenschaft befindlichen Soldaten veruntreut wurden. Laut den Ermittlungen erhielt sein Sohn mithilfe gefälschter Dokumente fast 3,8 Millionen UAH.
Wie die Staatsanwaltschaft der Region Lwiw mitteilte, wurde der 47-jährige Soldat im April 2022 gefasst. Nach den damals geltenden Gesetzen konnten nur Familienangehörige, die mit dem Soldaten zusammenlebten, finanzielle Unterstützung und materielle Hilfe erhalten.
Zwei Jahre später, im Juli 2024, wandte sich der 22-jährige Sohn eines Militärangehörigen an das zuständige regionale Rekrutierungs- und Sozialamt, um Leistungen zu beantragen. Dazu reichte er einen Dokumentensatz ein, der unter anderem eine Bescheinigung mit falschen Angaben über sein Zusammenleben mit dem Vater enthielt.
Tatsächlich lebten die Männer laut den Ermittlungen schon lange getrennt. Trotzdem stellte die Bezirksvorsteherin im April 2024 ein offizielles Dokument aus, in dem sie bestätigte, dass sie zusammenlebten, obwohl sie genau wusste, dass dies nicht stimmte.
Dieses Zertifikat war einer der Gründe für den Geldzufluss. Im Jahr 2024 erhielt der Verdächtige über 3,8 Millionen UAH an Bargeldleistungen und verschiedenen materiellen Hilfen. Er verwendete die erhaltenen Gelder nach eigenem Ermessen.
Der Betrug flog auf, nachdem der Soldat im März letzten Jahres aus der Gefangenschaft zurückkehrte und feststellte, dass ein Teil der ihm zustehenden Zahlungen fehlte.
Der Sohn wurde nun wegen Betrugs und der Verwendung einer wissentlich gefälschten Urkunde angeklagt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Gericht seine Wohnung und seine Bankkonten beschlagnahmt.
Bezüglich des Dorfvorstehers, der eine Bescheinigung mit falschen Angaben ausgestellt hat, ist die Anklage bereits vor Gericht anhängig.

