Ein Anästhesist, der beschuldigt wird, den Tod eines fünfjährigen Jungen nach einer Zahnbehandlung verursacht zu haben, wird in Lwiw vor Gericht gestellt, wie die regionale Staatsanwaltschaft Lwiw mitteilte.
Die Tragödie ereignete sich im Dezember 2023 während der Entfernung von Milchzähnen in einer Privatklinik in Lwiw. Während des Eingriffs fiel das Kind ins Koma und starb fast einen Monat später, ohne jemals wieder das Bewusstsein erlangt zu haben.
Die Untersuchung ergab, dass die Ärztin, die die Narkose durchführte, nicht über die erforderliche Ausbildung und Qualifikation für die Arbeit mit Kindern verfügte. Sie wählte die falschen Narkosemethoden, was zu schwerwiegenden Folgen und zum Tod des Kindes führte.
Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Ärztin im August 2023 ein gefälschtes Zertifikat im Fachgebiet „Kinderanästhesiologie“ sowie ein Zertifikat über eine fortgeschrittene Ausbildung erhalten hatte. Sie nutzte diese Dokumente, um in einer Privatklinik Kinder anzustellen und zu behandeln.
Sie wurde gemäß mehreren Artikeln des ukrainischen Strafgesetzbuches angeklagt, darunter:
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Behandlung von Bürgern ohne besondere Genehmigung und angemessene Erziehung, was zu schwerwiegenden Folgen führte (Artikel 138 des Strafgesetzbuches);
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unsachgemäße Ausübung beruflicher Pflichten durch einen medizinischen Mitarbeiter (Teil 2 des Artikels 140 des Strafgesetzbuches);
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Urkundenfälschung und Verwendung gefälschter Urkunden (Artikel 27 Absatz 5, Artikel 358 Absatz 3, Artikel 358 Absatz 4 des Strafgesetzbuches).
Für diese Verbrechen drohen der Ärztin bis zu fünf Jahre Freiheitsbeschränkung oder bis zu drei Jahre Haft mit dem möglichen Entzug der Berufszulassung für bis zu drei Jahre.
Die Voruntersuchung wurde von Ermittlern der Hauptdirektion der Nationalen Polizei in der Region Lwiw durchgeführt.

