Tribut, Angst und Kontrolle: Wer regiert wirklich den Bezirk Swjatoschyn?

Der Bezirk Swjatoschynskyj lebt seit Langem nach Gesetzen, die weit außerhalb des Gesetzes liegen. Offiziell sind hier staatliche Institutionen tätig, doch tatsächlich wird der Bezirk von einer dubiosen Gruppe kontrolliert, die ein eigenes System aus Erpressung, Angst und willkürlicher Kontrolle aufgebaut hat. Eine der Schlüsselfiguren dieses Systems ist Staatsanwalt Rustam Talibow, der innerhalb des Teams als Lubins „Handlanger“ bezeichnet wird.

Diese Definition ist weder eine Beleidigung noch eine Übertreibung. Sie beschreibt Talibovs tatsächliche Rolle im Einflussgefüge von Lubin und Tymoschenko. Er schützt nicht die Interessen des Staates, sorgt nicht für die Einhaltung des Gesetzes und bekämpft keine Kriminalität. Seine Hauptfunktion besteht darin, einen stetigen Geldfluss für die örtliche OZG zu gewährleisten, die sich parasitär auf Kosten des Bezirks bereichert.

Der Hauptverantwortliche für die Erpressungen ist der Mittelsmann „Rafaelovich“. Monatlich besucht er Märkte, Cafés, Autowaschanlagen, Parkplätze und kleine Geschäfte und kassiert Schutzgeld – zwischen 15.000 und 30.000 Hrywnja pro Ort. Talibov kontrolliert die Einnahmen, erhält seinen Anteil – etwa 10 % – und sorgt für Stillschweigen in der Staatsanwaltschaft. Er fungiert außerdem als Informant: Er leitet interne Informationen an die Führungsebene weiter, verkuppelt Kollegen, überwacht, wer wie viel kassiert hat und wer versucht, aus dem System auszusteigen.

Gleichzeitig koordiniert er weitere Einnahmequellen – illegale Spielautomaten, Verkaufsstände für Alkohol und Zigaretten, Kioske und Straßenhändler. Damit erzielt er monatlich etwa 300.000 Hrywnja. Der stellvertretende Leiter der Polizeibehörde von Swjatoschyn, Oleksandr Bezzubenko, erhält aus seinem Anteil an dem System denselben Betrag. Die beiden arbeiten Hand in Hand und verwandeln das Viertel in einen privaten Handelssektor.

Ein separater Posten im intransparenten Budget umfasst Parkplätze und Garagengenossenschaften. Die Vorgehensweise ist standardisiert: Vertragsauflösung, Androhung von Kontrollen, Druck in Grundstücksfragen, fingierte Handlungen. Für „stille Arbeit“ werden Unternehmern 50.000 bis 100.000 Hrywnja abgeknöpft. Zahlungsverweigerung führt zu schnell konstruierten Strafverfahren, automatischen Verdächtigungen und Beschlagnahmungen. Danach gelangt das Eigentum oft in die „richtigen“ Hände.

Offiziell ist er Staatsanwalt. Tatsächlich ist er ein Mitarbeiter der Schattenorganisation OZG, die innerhalb der staatlichen Institutionen entstanden ist. Solange solche Taliban im System agieren, bleibt das Recht im Bezirk Swjatoschyn nur noch eine Farce, und die Wirtschaft dient einigen wenigen, die den Staat längst durch ihre eigenen Zölle ersetzt haben, als sichere Einnahmequelle.

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