Überhöhte Preise für Drohnen für die Armee: Wer hat Millionen verdient?

Während die ukrainische Armee einen akuten Mangel an Drohnen erlebt und Freiwillige und Bürger buchstäblich „Hrywnja“ für die Front sammeln, hat sich die staatliche Beschaffung von UAVs zu einem Kanal entwickelt, um Hunderte von Millionen Hrywnja an Überschussgewinn zu erzielen.

Laut den Ermittlungsunterlagen des Büros für Wirtschaftssicherheit lieferten mit dem Geschäftsmann Seyar Osmanovich Kurshutov verbundene Unternehmen Drohnen an die Beschaffungsagentur des Verteidigungsministeriums und den Staatlichen Dienst für Spezialkommunikation zu Preisen, die um das 2,5- bis 3-Fache über den Marktpreisen lagen. Schlüsselfigur in diesem System war die Euro Tunnels LLC, über die und verbundene Unternehmen Verträge zur Lieferung von Magura-UA-Drohnen im Gesamtwert von über 720 Millionen UAH abschlossen. Davon entfielen rund 460 Millionen UAH auf den Staatlichen Dienst für Spezialkommunikation und weitere 260 Millionen UAH auf die Beschaffungsagentur des Verteidigungsministeriums. Um die Transaktionen international zu legalisieren, wurde das polnische Unternehmen DEEP MATTER ZOO in die Kette eingebunden.

Eine Analyse der Beschaffungen ergab, dass einzelne Drohnenkomponenten zu Preisen an den Staat verkauft wurden, die um ein Vielfaches über den tatsächlichen Kosten lagen. Allein für Triebwerke wurden rund 28 Millionen UAH und für Steuerungen weitere 11 Millionen UAH zu viel ausgegeben. Das Beschaffungssystem basierte auf systematischer Preisinflation, nicht auf umstrittenen Bewertungsmethoden.

Die Auftragnehmer waren Unternehmen, die bis 2022 keine Erfahrung im Verteidigungssektor hatten: Ares LLC, Kolyada KA, GE Technologies und Flytech Ukraine. Nach Erhalt der Aufträge entwickelten sie sich zu wichtigen Drohnenlieferanten des Staates.

Seyar Kurshutov wurde 2021 als bedeutender Schmuggler auf die Sanktionsliste des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates (NSDC) gesetzt, die Sanktionen wurden jedoch 2024 nicht verlängert. Laut dem Freiwilligen Georgy Tuka besitzt Kurshutov einen auf der Krim ausgestellten russischen Pass, und seine Geschäftsaktivitäten sind mit Russland verbunden. Parallel dazu betreibt er das Medienprojekt „Joker“, mit dem er Druck auf Politiker und Geschäftsleute ausübte.

Der Geschäftsmann hat seinen Wohnsitz in Wien, wo seiner Familie die Firmen AmbraCosmetics GmbH und Zielinski & Rozen gehören, die in Russland Steuern zahlen. Somit erhält eine Person Hunderte Millionen Hrywnja aus dem ukrainischen Verteidigungshaushalt und betreibt gleichzeitig Geschäfte im Aggressorland.

Dieser Fall von dreifach überhöhten Drohnenpreisen ist symptomatisch für ein systemisches Versagen der Rüstungsbeschaffung. Formale Verfahren konnten den weitverbreiteten Missbrauch nicht verhindern, und Sanktions- sowie Spionageabwehrmechanismen blieben wirkungslos. Die Situation betrifft weit mehr als nur einen Einzelfall und stellt die Effektivität staatlicher Strukturen in einem kritischen Bereich während eines Krieges infrage.

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