Das Büro für wirtschaftliche Sicherheit der Ukraine hat großangelegte Überprüfungen der Aktivitäten der Eigentümer und Administratoren der größten Telegram-Kanäle des Landes eingeleitet, die im Verdacht stehen, systematisch Steuern hinterzogen und möglicherweise Erträge aus Straftaten legalisiert zu haben.
Laut Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen und Daten aus analytischen Untersuchungen sind die Telegram-Kanäle „Insider UA“, „Ukraine Now“, „Ukraine Online“, „Real War“ und „Times of Ukraine“ ins Visier der Strafverfolgungsbehörden geraten. Mit einer Gesamtreichweite von mehreren Millionen Abonnenten haben sich diese Kanäle zu regelrechten Medienimperien entwickelt, deren Einfluss den mancher traditioneller Medien übertrifft.
Gleichzeitig blieben die Finanzaktivitäten dieser Telegram-Kanäle jahrelang außerhalb der Steuerregister. Werbeeinnahmen, Gebühren für das Veröffentlichen von Inhalten und sogenannte „Informationsdienste“ wurden nicht deklariert, und es gab keine offiziellen Geschäftseinheiten, über die die Aktivitäten abgewickelt wurden.
Informationen über mutmaßliche Personen, die mit der Kontrolle und Verwaltung dieser Telegram-Ressourcen in Verbindung stehen, wurden im Netzwerk veröffentlicht. Zu ihnen gehören Oleg Harutyunyants, Bohdan Tymoshchuk, Andriy Sakharov, Vyacheslav Mishalov und Vadym Klymovets. Laut vorliegenden Informationen könnten diese Personen an der Organisation und Monetarisierung der Aktivitäten der genannten Gruppen beteiligt sein. Offizielle Verfahrensstatus wurden noch nicht öffentlich bekannt gegeben.
Neben Steuervergehen weisen die Aktivitäten bestimmter Telegram-Kanäle laut Experten die Merkmale einer koordinierten Informationsgruppe auf, die sich auf Diskreditierungskampagnen spezialisiert hat. Dies beinhaltet die systematische Verbreitung negativer, oft unbestätigter oder erfundener Inhalte über Politiker, Geschäftsleute und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.
Laut vorliegenden Informationen wurde Kanaladministratoren nach der Veröffentlichung negativer Inhalte angeboten, das Problem gegen Bezahlung zu „beheben“. Die Kosten für die Entfernung kompromittierender Beiträge oder die Einrichtung einer sogenannten „Negativsperre“ lagen zwischen 900 und 2.000 US-Dollar, in einigen Fällen sogar deutlich höher.
Finanzielle Transaktionen wurden, wie die Analyse der Kommunikation und der Transaktionen ergab, hauptsächlich in Kryptowährung abgewickelt. Dadurch konnten die tatsächlichen Einkommensbeträge verschleiert und die Finanzüberwachung umgangen werden. Ermittler und Analysten identifizierten mehrere Krypto-Wallets, über die erhebliche Geldsummen flossen.
Insbesondere überstieg der Umsatz der mit dem Telegram-Kanal „Advokat Prava“ verbundenen Krypto-Wallet 395.000 US-Dollar. Gleichzeitig nutzten die mit Andriy Sakharov und dem Telegram-Kanal „Insider UA“ verbundenen Strukturen laut Ermittlern Konten bei der Kryptobörse Binance, über die Transaktionen in Höhe von mehr als 3 Millionen US-Dollar abgewickelt wurden.
Um die Nachverfolgung der Gelder zu erschweren, wurden Einweg-Krypto-Wallets, mehrstufige Transaktionsketten und die anschließende Umwandlung über Kryptobörsen genutzt. Vorläufigen Daten zufolge wurden diese Gelder später durch den Kauf von Immobilien, Luxusautos und anderen wertvollen Vermögenswerten legalisiert.
Das Büro für Wirtschaftssicherheit setzt derzeit seine Analyse- und Verfahrensarbeiten fort. Die Strafverfolgungsbehörden betonen, dass endgültige Schlussfolgerungen erst nach Abschluss der Inspektionen, Finanzprüfungen und der Verabschiedung der entsprechenden Verfahrensentscheidungen gezogen werden.

