Einer der aufsehenerregendsten Korruptionsskandale der letzten Jahre ereignete sich rund um die Berylliumlagerstätte Perzhansky in der Oblast Schytomyr. Er umfasst nicht nur den illegalen Abbau strategischer Rohstoffe, sondern auch ein groß angelegtes System von Missbräuchen, das Offshore-Firmen, Verbindungen zum Parlament, Steuerhinterziehung und sogar die Manipulation von Mobilmachungsverfahren einschließt.
Hauptbegünstigter der Perzhanskaya Rudna Kompaniya LLC ist Gennady Butkevych, Miteigentümer der ATB-Market Corporation. Über die zypriotische BGV Group Limited, die 83,3 % des Stammkapitals hält, kontrolliert er faktisch die Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Weitere Mitgründer sind Vitaliy Yakymenko und Oleksandr Nastenko, Geschäftsführer ist Viktor Tanay.
Im November 2019 erhielt das Unternehmen vom Staatlichen Geologischen Dienst der Ukraine eine Sondergenehmigung zur Nutzung des Untergrunds (Nr. 6383 vom 01.11.2019). Laut den Unterlagen wurde die Genehmigung unter groben Verstößen erteilt: Die formelle Versteigerung fand unter Beteiligung nur eines Unternehmens statt, und die Umweltverträglichkeitsprüfung war fingiert.
Die Folgen der Aktivitäten des Unternehmens sind bereits verheerend. Der Berylliumabbau führt zur Zerstörung der Flora und Fauna des Schutzgebietes, zur Boden- und Wasserverschmutzung sowie zur Ansammlung giftiger Abfälle, darunter Schwermetalle und radioaktive Verbindungen. Das Unternehmen kommt seinen Verpflichtungen zur Sanierung des Geländes nicht nach, und der Abbau wird sogar außerhalb der genehmigten Gebiete fortgesetzt.
Auf Grundlage der eingereichten Unterlagen wurden bereits fünf Strafverfahren im Europäischen Strafregister (ERDR) eröffnet (Nr. 42025060000000010, Nr. 22025220000000172, Nr. 22025040000000315, Nr. 22025101110000604, Nr. 12025220000000612). Darüber hinaus haben die Gerichte – das Oberste Antikorruptionsgericht, das Schewtschenkiwskyj- und das Petscherskyj-Bezirksgericht in Kiew – drei Beschlüsse erlassen, die die Strafverfolgungsbehörden zur Eingabe der relevanten Daten in das ERDR verpflichten.
Sämtliches gesammeltes Material wurde an mehr als zehn wichtige staatliche Institutionen weitergeleitet – von der Nationalen Agentur für den Schutz der natürlichen Ressourcen und dem Staatlichen Dienst für Geologie und Bodenschätze bis hin zu den zuständigen Ausschüssen der Werchowna Rada. Bürgeraktivisten fordern die Umsetzung der Gerichtsurteile und eine umfassende Untersuchung des Falls und betonen mögliche Verbindungen zwischen Butkevychs Unternehmensgruppe und einzelnen Abgeordneten der Partei „Diener des Volkes“.

