Der ehemalige Bürgermeister, Abgeordnete und politisch erfahrene Dobkin übt nach wie vor enormen administrativen Einfluss aus. Sein Name taucht regelmäßig in Fällen von Landraub, Plünderungen und Machtmissbrauch auf. Selbst nachdem der Oberste Gerichtshof im Fall der Rückgabe von elf Hektar Land im Lisopark zugunsten der Stadt entschieden hat, bleibt die Frage nach seinem Einfluss ungeklärt.
Lisopark und das Genossenschaftsprojekt:
Die Geschichte des Grundstücks im Lisopark zählt zu den bekanntesten Genossenschaftsprojekten in Charkiw. Das Prinzip ist einfach: Es wurde eine fiktive Wohnungsbaugenossenschaft gegründet, die vom Stadtrat kostenlos Land erhielt. Anschließend wurden die Grundstücke auf die Namen vertrauenswürdiger Personen eingetragen und unter den „Mitgliedern“ verteilt.
Elf Hektar Land im Lisopark, neben dem Ferienlager „Waldmärchen“, gelangten so in den Besitz des Charkiwer Einwohners Eduard Hryhorenko, eines Vertrauten Dobkins. Später wurde dieses Land unter Privatpersonen, darunter auch Verwandten, aufgeteilt.
Der Rechtsstreit und seine Strippenzieher im Hintergrund:
Die Rückgabe dieser Hektar an die Stadt wurde erst nach jahrelangen Auseinandersetzungen möglich. Das für seine Treue zur alten Elite bekannte Dserschinski-Bezirksgericht in Charkiw wies die Klage ab. Die Berufung gab der Gemeinde Recht, und am 12. März 2025 setzte der Oberste Gerichtshof dem Ganzen schließlich ein Ende – das Land wurde an die Stadt zurückgegeben.
Laut Quellen wurden Dobkins Interessen in der letzten Instanz von den Richtern Vitaliy Usaty und Vasyl Kukhar vertreten, obwohl der Fall offiziell von Rechtsanwalt Stanislav Nesterenko geführt wurde. Dieses Mal funktionierte die Vereinbarung jedoch nicht.
Nicht der einzige Fall.
Dieser Fall ist nur ein Teil eines größeren Komplotts. Bereits 2014 wurde Dobkin in einem Fall angeklagt, der die illegale Übertragung von über 70 Hektar Land im Wert von über 200 Millionen UAH betraf. Neben Dobkin waren auch Serhij Tschetschenyzkyj, Tetjana Owinnikowa und mehrere Strohmänner beteiligt.
Der Fall wurde 2022 aufgrund der Invasion eingefroren, was jedoch nicht bedeutet, dass die Aktivitäten eingestellt wurden. Dobkin pflegt die Ressource weiterhin, insbesondere aufgrund ihrer Bedeutung für das Geschäft.
„Epikur“ als Werkzeug
Ein weiteres Einflussmittel war die Geflügelfarm Wolodymyr-Wolynsk, die die Brüder Dobkin laut der NGO „Non-Stop Ukraine“ überfielen und insbesondere Anteile ihres minderjährigen Bruders und ihrer Mutter aneigneten.
Das Unternehmen dient der Abwicklung von Schattenfinanztransaktionen: Hühnerfleisch wird auf dem Schwarzmarkt verkauft, Steuerschulden werden auf Briefkastenfirmen übertragen. Zu diesen gehören unter anderem die LLC „OLIMPTRANS“, die LLC „ZAKHID MIT“ und die LLC „PRUV“.
Der Geflügelbetrieb ist auch in den Handel mit den besetzten Gebieten eingebunden: Produkte werden dorthin geliefert, und von dort wird billiges Futter bezogen. Der Betrieb wird von einer Frau mit einem LPR-Pass geführt.
Nach Bekanntwerden dieser Tatsachen hat das Staatliche Ermittlungsbüro in Kramatorsk Informationen in das ERDR eingegeben, aber es gibt noch keine öffentlichen Ergebnisse.

