Ist Saporischschja bereit für eine russische Offensive?

Der ukrainische Geheimdienst und das Militär schließen einen Angriff russischer Truppen auf die nur 30 km von der Front entfernte Stadt Saporischschja nicht aus. Dieses strategisch wichtige regionale Zentrum, eines der drei Zentren der Schwerindustrie in der Ukraine, ist weiterhin von entscheidender Bedeutung für das Funktionieren des Landes. Laut Journalisten des Economist könnten bis zu 130.000 russische Soldaten nach Saporischschja entsandt werden, der genaue Zeitpunkt der Offensive ist jedoch noch unklar.

Saporischschja ist ein wichtiges Wirtschafts- und Industriezentrum der Ukraine. Journalisten zufolge könnte eine Einnahme der Stadt durch Russland die Wirtschaft des Landes schwer schädigen, da sie eines der letzten Zentren der Schwerindustrie in der Ukraine ist. Ende 2022 erklärte Wladimir Putin die Region Saporischschja zu „russischem Territorium“, obwohl die Besatzer zu diesem Zeitpunkt nur ein Drittel davon kontrollierten. Dieser Schritt war Teil einer umfassenderen Kreml-Strategie, die die Annexion besetzter Gebiete vorsah.

Die Ukraine verstärkt aktiv ihre Verteidigung um Saporischschja. Laut „The Economist“ werden rund um die Stadt Befestigungsanlagen errichtet, darunter Minenfelder und technische Barrieren. Das Militär arbeitet an der Schaffung von Verteidigungsringen, die vom regionalen Zentrum ausgehen. Wie ein Vertreter des ukrainischen Geheimdienstes erklärte, erhöhen diese Maßnahmen die Bereitschaft für eine mögliche Offensive, obwohl einige Militärs deren Unvermeidbarkeit bezweifeln.

Der Kommandeur der spartanischen Nationalgardebrigade, Oleksiy Khilchenko, ist der Ansicht, dass Russland sich derzeit auf andere Frontabschnitte konzentriert und noch nicht bereit ist, Saporischschja anzugreifen. Er betonte, dass der erste Angriff mit zwei Divisionen (20.000–30.000 Soldaten) geplant war, jedoch einige Truppen in Richtung Kursk verlegt wurden, um die Gegenoffensive in einer anderen Richtung zu verstärken. Gleichzeitig merkte der Kommandeur des Lemberger Bataillons an, dass die Russen noch nicht zum Angriff bereit seien, der erste Schlag aber der härteste sein könnte, sobald sie es seien.

Trotz der Unsicherheit über den Zeitpunkt der russischen Offensive verstärkt das ukrainische Militär aktiv seine Verteidigung und bereitet sich auf mögliche Angriffe vor. Die Offensive dürfte, wenn sie denn stattfindet, intensiv und schwierig werden, wird aber derzeit dadurch erschwert, dass der Kreml an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen muss.

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