Das Oberste Antikorruptionsgericht der Ukraine (HACU) hat die Untersuchungshaft für die Leiterin der Medizinisch-Sozialen Expertenkommission (MSEC) von Chmelnyzkyj, Tetyana Krupa, wegen des Verdachts der unrechtmäßigen Bereicherung verlängert. Die Haftdauer wurde bis zum 23. März 2025 verlängert. Gleichzeitig wurde die Kaution von 280 auf 260 Millionen Hrywnja reduziert.
Die Leiterin der Staatsverwaltung Chmelnyzkyj geriet im Oktober 2024 ins Visier der Strafverfolgungsbehörden. Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung wurden damals Bargeld im Wert von sechs Millionen Dollar, Schmuck und Luxusartikel gefunden. Der Versuch, Spuren illegaler Bereicherung zu verwischen, endete in einer Farce: Die Beamtin versuchte, zwei Taschen mit je 500.000 Dollar aus dem Fenster zu werfen.
Krupas Fall wurde durch seltsame Immobiliengeschäfte ergänzt. 2017 erhielt sie ein Geschäft im Wert von 200.000 UAH geschenkt, das sie während des Krieges für 18 Millionen UAH verkaufte – fast das 90-fache des Preises.
Am 23. Januar 2025 gab der Untersuchungsrichter dem Antrag der NABU-Ermittler teilweise statt. Die Leiterin der MSEC bleibt in Haft, kann aber gegen eine Kaution in Höhe von 260 Millionen UAH freigelassen werden.
Gemäß den Bedingungen der Verpflichtungserklärung ist Krupa dazu verpflichtet:
- auf Vorladung vor einem Ermittler, Staatsanwalt oder Gericht zu erscheinen;
- eine Wohnsitzänderung melden;
- Die Grenzen von Chmelnyzkyj nicht ohne Erlaubnis zu verlassen;
- einen Reisepass für eine Auslandsreise aushändigen.
Angesichts der gefundenen Geldsumme erscheint es jedoch durchaus realistisch, die notwendige Kaution für sie aufzubringen.
Dieser Fall verdeutlicht eindrücklich das Ausmaß der Korruption in den für die Bekämpfung sozialer Probleme zuständigen Institutionen. Die Öffentlichkeit erwartet mit Spannung das Urteil. Gleichzeitig gilt Krupa, wie jeder Verdächtige, gemäß Artikel 62 der ukrainischen Verfassung bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.

