Die ukrainische Botschaft und das Generalkonsulat in Lublin haben die Polizei wegen eines Vorfalls an der Grenze verständigt, bei dem Getreide aus einem ukrainischen Lkw ausgelaufen ist. Dies teilte der ukrainische Botschafter in Polen, Wassyl Swarytsch, mit.
Am 11. Februar tauchte im Internet ein Video von einem Protest an der polnisch-ukrainischen Grenze auf. Es zeigt, wie Menschen Getreide von einem LKW abladen. Laut der Botschaft war das Getreide für den Transit nach Litauen bestimmt. Der Vorfall löste in den ukrainischen sozialen Medien Empörung aus. Botschafter Wasyl Zwarych erklärte, die polnische Polizei habe Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen.
„Solche Protestformen sind in einem zivilisierten europäischen Land nicht zu tolerieren, ganz abgesehen von der moralischen Dimension dieser Provokation. Wir fordern daher, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Die polnischen Behörden müssen entschieden auf diesen Vorfall reagieren, der für die Ukrainer und die Mehrheit der Polen beleidigend ist, und solche barbarischen Aktionen künftig unterbinden“, betonte der Botschafter.
Am 12. Februar wurden in Polen zwei weitere Grenzübergänge zur Ukraine, „Ustylug“ und „Uhryniv“, blockiert. Bereits am 11. Februar hatten polnische Demonstranten mehrere ukrainische Lkw mit Getreide am Grenzübergang „Dorohusk“ gestoppt und die Ladung von den Sattelaufliegern gekippt. Organisator dieser Aktion war Rafal Mekler, wie das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation berichtet.
Das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation erklärte, Mekler sei in Polen als Vorsitzender des örtlichen Ablegers der euroskeptischen Partei „Konföderation für Freiheit und Unabhängigkeit“ bekannt. Er gehöre außerdem zu den Organisatoren von Protesten an der polnisch-ukrainischen Grenze und sei Leiter eines lokalen Logistikunternehmens.
Die Konföderationspartei hat unter den Polen keine nennenswerte Nachfrage, da sie die Idee unterstützt, dass Polen die Europäische Union verlässt und sich Moskau annähert.
„Meklers Vorgehen entspricht eindeutig den Interessen Russlands, das an dem Konflikt zwischen Ukrainern und Polen sowie an einer Verringerung der EU-Unterstützung für die Ukraine interessiert ist. Darüber hinaus kommt diese Aktion halbkriminellen polnischen Gruppen zugute, die im Verdacht stehen, im EU-Transportsektor betrügerische Machenschaften zu betreiben“, berichtet das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation.

