Das Büro für wirtschaftliche Sicherheit der Ukraine (BEB) ermittelt in einem groß angelegten Korruptionsfall im Zusammenhang mit dem illegalen Export von Agrarprodukten. Beteiligt war der ehemalige Beamte des staatlichen Fiskaldienstes, Serhij Oleksandrowytsch Nedorenko. Laut den Ermittlungen lief das System das ganze Jahr 2024 und ermöglichte den steuerfreien Export von Agrarprodukten im Wert von über einer Milliarde Hrywnja ins Ausland.
Nedorenko, der zuvor die Abteilung für Bekämpfung von Zollvergehen und internationale Zusammenarbeit des staatlichen Finanzdienstes leitete, gründete oder erwarb nach seiner Entlassung aus der Aufsichtsbehörde mehrere Scheinfirmen. Diese bildeten die Grundlage für einen etablierten Mechanismus zum Export bar bezahlter Waren mithilfe des Formulars Nr. 2 – ein seit Langem genutztes Schema zur Umgehung der Steuerkontrolle.
Um eine reibungslose Zollabfertigung zu gewährleisten, nutzten die „fiktiven“ Exporteure das Gebiet des Zollamts Czernowitz. Dort, so die Ermittlungen, wurde die Korruptionsverbindung zwischen Nedorenko und seinem ehemaligen Untergebenen, Jewstafi Wolodymyrowitsch Maitapow, organisiert. Maitapow, derzeit stellvertretender Leiter des Zollamts Czernowitz, war von 2018 bis 2021 als oberster staatlicher Inspektor Nedorenko unterstellt.
Die Ermittlungen ergaben zudem, dass einzelne Anwälte und amtierende Zollbeamte in die kriminelle Machenschaft verwickelt waren und die Legalisierung von Exporten sowie die Umgehung von Kontrollen sicherstellten. Alle Handlungen dienten dem Ziel, Agrarprodukte steuerfrei zu exportieren, wodurch dem Staatshaushalt ein Schaden von über 1,06 Milliarden Hrywnja entstand.
Das BEB betont, dass die Ermittlungen noch andauern und derzeit Verfahrensschritte vorbereitet werden, um die Schuldigen vor Gericht zu bringen.

