Ein 66-jähriger Wohnheimleiter in einem Militärlager in der Region Odessa wurde dabei erwischt, wie er von einem Soldaten eine unrechtmäßige Leistung erpresste. Laut der regionalen Polizei verlangte der Beamte 4.500 US-Dollar für Unterstützung bei der Wohnungssuche, die dem Soldaten ohne fremde Hilfe zustand.
Den Ermittlungen zufolge versprach die Beamtin Ende Juni dem 25-jährigen Soldaten Hilfe bei der Beschaffung einer Wohnung für ihn und seine Familie aus Mitteln des Wohnungs- und Einsatzministeriums (KEV) sowie bei der Erstellung der erforderlichen Unterlagen. Für ihre Dienste verlangte sie die beträchtliche Summe von 4.500 US-Dollar.
Der Soldat weigerte sich jedoch, das Geld stillschweigend auszuhändigen, und verständigte die Polizei. Die Ermittler dokumentierten den Vorfall mehrere Wochen lang.
Mitte Juli rief die Frau den Offizier an und drängte auf die umgehende Überweisung des vereinbarten Betrags, da „das Geld den Vorgang beschleunigen würde“. Während der Übergabe des Geldes in ihrem Büro wurde der Offizier vorschriftsmäßig festgenommen, und das Bestechungsgeld wurde beschlagnahmt.
Die Frau wurde nun gemäß Artikel 369-2 Absatz 3 des ukrainischen Strafgesetzbuches angeklagt – wegen unrechtmäßiger Bereicherung durch Beeinflussung der Entscheidung einer befugten Person in Verbindung mit Erpressung. Der Artikel sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu acht Jahren und die Einziehung von Vermögenswerten vor.
Das Gericht ordnete für die Verdächtige Untersuchungshaft mit der Möglichkeit einer Freilassung gegen eine Kaution in Höhe von 408.780 Hrywnja an. Bekannt ist, dass die Frau von dieser Möglichkeit Gebrauch machte und freigelassen wurde.
Die Strafverfolgungsbehörden setzen ihre Ermittlungen fort, um alle an dem kriminellen Komplott Beteiligten zu identifizieren.

