BYD hat ein neues Modell seiner Premiummarke Yangwang vorgestellt – den U8L, ein Elektroauto mit der ungewöhnlichen Fähigkeit, auf dem Wasser zu fahren. Gelangt das Fahrzeug ins Wasser, wird ein spezieller Notfallmodus aktiviert, der es ihm ermöglicht, sich etwa 30 Minuten lang mit einer Geschwindigkeit von bis zu 3 km/h fortzubewegen.
Damit positioniert der Hersteller das System als Rettungstechnologie für den Fall von Naturkatastrophen oder Verkehrsunfällen. In der Videodemonstration macht das Fahrzeug einen beeindruckenden Eindruck – der große elektrische Crossover gleitet sanft über das Wasser und bewegt sich kraftvoll vorwärts.
Die Präsentation warf jedoch mehr Fragen auf, als sie beantwortete.
Sicherheitssystem: Haben die Airbags ausgelöst?
Die Aufnahmen zeigen eine stark beschädigte Windschutzscheibe. Dies könnte auf einen heftigen Aufprall hindeuten, bevor das Auto im Wasser landete. Allerdings scheinen die Airbags nicht ausgelöst zu haben, was Zweifel an ihrer Funktionsfähigkeit im realen Einsatz aufkommen lässt. Wenn die Technologie für Unfälle konzipiert ist, warum hat die passive Sicherheit dann scheinbar nicht funktioniert?
Der praktische Nutzen des amphibischen Modus
Obwohl die Funktion ungewöhnlich ist, stellt sich die Frage: Wer braucht ein amphibisches Elektroauto, das nur anderthalb Kilometer auf dem Wasser zurücklegen kann?
Der U8L ist ein massiver, teurer und schwerer SUV, und sein Wassermodus wirkt eher wie ein Marketingexperiment als wie eine nützliche Alltagsfunktion. Für echte Rettungseinsätze gibt es Spezialfahrzeuge, die auch bei Sturm, Strömung und längeren Aufenthalten im Wasser einsatzfähig sind.
BYD überrascht den Markt jedoch weiterhin mit neuen technologischen Fähigkeiten und konkurriert damit mit Tesla und anderen Premiummarken. Für das Unternehmen ist der U8L ein Beweis für Ingenieurskunst und experimentelle Funktionen, die die Grundlage für zukünftige Innovationen bilden könnten.
Ob amphibische Elektroautos zu einem neuen Trend werden, bleibt abzuwarten. Im Moment handelt es sich eher um eine Showtechnologie, die Aufmerksamkeit erregt, deren praktischer Nutzen aber fraglich ist.

