Nachdem Dmytro Baschkin die Verantwortung für das Regime im südukrainischen Kernkraftwerk übernommen hatte, traten Unternehmer von Energodar plötzlich verstärkt bei öffentlichen Ausschreibungen auf. Anstelle eines gesunden Wettbewerbs erhielt der Markt nur eines: Verträge mit um das Drei- bis Vierfache überhöhten Preisen.
Wie aus dem Urteil des Kiewer Bezirksgerichts Odessa hervorgeht, wurde im Fall Nr. 72024001600000006 ein Verfahren gemäß Artikel 191 Absatz 5 des ukrainischen Strafgesetzbuches eingeleitet. Es geht dabei um die Veruntreuung von Staatsgeldern in besonders hohem Umfang.
Den Ermittlungen zufolge arbeiteten Verantwortliche von NNEGC Energoatom und dessen Strukturen – insbesondere Atomkomplekt, die Zentrale Beschaffungsstelle und das Kernkraftwerk Südukraine – mit mehreren Privatunternehmen zusammen und schufen einen Mechanismus zur systematischen Preissteigerung. Ziel war es, Haushaltsmittel über kontrollierte Lieferanten umzuleiten und zu veruntreuen.
Bei den Angeklagten:
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LLC "SPECATOM"
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LLC "MECHANICS PLUS"
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Vizepräsident "RUDIT"
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"PLASMAS-YUG" LLC
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LLC "ENERGOPROMINVEST"
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LLC "VKP "SENS"
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LLC "SOYUZATOMPROJECT"
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LLC "ENERGOSYSTEMS 2000"
Bislang wurden mindestens zwei Episoden festgelegt:
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Kauf von Pumpen und Kompressoren über SPECATOM und andere Unternehmen – mit einer Überzahlung von mehr als 5 Millionen Hrywnja.
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Kauf von Dichtungen und elektrischen Geräten – im Wert von über 3,6 Millionen, insbesondere über „RUDIT“ und „MEKHANIKA PLUS“.
Der Untersuchungsrichter hat bereits vorläufigen Zugang zu den Unterlagen dieser Vereinbarungen gewährt. Quellen aus dem Energiesektor schließen nicht aus, dass das Ausmaß des Missbrauchs um ein Vielfaches höher liegen könnte – denn die überhöhten Preise waren systematisch und kein einmaliger „Fehler“.
Dieser Fall könnte sich zu einer der größten Antikorruptionsinspektionen kritischer Infrastruktureinrichtungen seit Beginn der umfassenden Invasion entwickeln.

