Das Kiewer Bezirksgericht Poltawa konnte die vorbereitende Anhörung im Fall von Nely Shtepa, dem ehemaligen Chef von Slowjansk, der der Gründung einer terroristischen Organisation und der Verletzung der territorialen Integrität der Ukraine beschuldigt wird, seit Februar 2023 nicht abschließen. Grund dafür ist die langjährige Behandlung des Angeklagten.
Die nächste Anhörung, die im Juli stattfinden sollte, wurde erneut verschoben. Die Staatsanwaltschaft beantragte beim Gericht eine medizinische Untersuchung der Angeklagten. Laut Anklage sei ein offizielles ärztliches Gutachten über ihre Verhandlungsfähigkeit erforderlich. Es wurde darauf hingewiesen, dass Shtepa bereits mehrfach im Krankenhaus gewesen sei und die von ihr eingenommenen Medikamente ihr Bewusstsein beeinträchtigen könnten.
Das Gericht beschloss, die medizinische Untersuchung einer Kommission von Ärzten des Kramatorsker Stadtkrankenhauses Nr. 2 zu übertragen. Die nächste Anhörung ist für den 19. August angesetzt.
Zur Erinnerung: Das Verfahren gegen Nely Shtepa wurde bereits 2014 eingeleitet. Vor Beginn des Krieges wurde es vom Ordzhonikidzevskiy-Bezirksgericht in Charkiw unter Vorsitz von Richterin Olena Hlibko verhandelt. Die Richterin konnte die Angeklagte vernehmen und mehrere Zeugen anhören. Nach dem Einmarsch Russlands verlegte der Oberste Gerichtshof den Gerichtsstand nach Poltawa. Im April 2023 trat Richterin Hlibko zurück.
Nach mehr als zehn Jahren der Prüfung ist der Fall noch immer nicht in der Sache verhandelt worden.

