Der Skandal um die GmbH „Chornomorsk Fish Port“ (ChRP) hat eine neue Eskalationsstufe erreicht: Das Gericht ordnete die Beschlagnahme von sieben staatseigenen Liegeplätzen des Unternehmens im Dorf Burlacha Balka in der Region Odessa an. Die Liegeplätze, die sich auf dem Gelände des Seehafens von Tschornomorsk befinden, sind aufgrund der illegalen Eintragung von Privateigentum im Wassergebiet Gegenstand von Ermittlungen geworden.
Den Ermittlungen zufolge hat die GmbH „ChRP“ in Absprache mit staatlichen Registerbeamten unrechtmäßig das private Eigentumsrecht an den Betriebswasserflächen der Liegeplätze Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6 und 4 (vor dem Umbau der Liegeplätze Nr. 7–10) registriert. Diese Objekte sind Teil der Wasserbauwerke der Suchoi Liman im Wassergebiet des Seehafens Tschornomorsk und gehören dem Staat. Sie wurden der GmbH „ChRP“ auf Grundlage eines Vertrags vom 23. Juni 1997 unterverpachtet.
Den Ermittlungen zufolge verschworen sich Verantwortliche der ChRP LLC im Februar 2019 mit dem staatlichen Registerführer der Provinz Khyber Pakhtunkhwa („Staatliche Registrierungsagentur“), um bewirtschaftete Gewässer zu beschlagnahmen und so Einnahmen aus Schiffsgebühren zu erzielen. Im April 2019 wurde das Eigentum an dem Gewässer auf Grundlage gefälschter Dokumente, insbesondere technischer Pässe der Prom-Stroy Ltd. LLC, unrechtmäßig auf die ChRP LLC eingetragen. Der staatliche Registerführer erkannte die Rechtswidrigkeit der Handlungen und nahm Änderungen im staatlichen Grundbuch vor, obwohl hierfür keine Rechtsgrundlage bestand, da das Eigentum dem Staat, vertreten durch den Staatlichen Vermögensfonds der Ukraine (SPF), gehört.
Die Ermittlungen ergaben, dass die Liegeplätze und ihre Betriebswasserflächen untrennbar miteinander verbunden sind und nicht getrennt funktionieren können. Im Februar 2025 wurden die Liegeplätze Nr. 1–6 und Nr. 4 (ehemals Nr. 7–10) als Beweismittel in dem Fall anerkannt. Die Staatsanwaltschaft bestand auf der Beschlagnahme des Eigentums mit einem Verbot der Veräußerung und des Verkaufs, um eine illegale Ummeldung oder Nutzung zu verhindern.
Die Vertreter der LLC „ChRP“ legten Einspruch gegen die Verhaftung ein und argumentierten, die Liegeplätze seien Staatseigentum und die Ermittlungen beträfen lediglich die Wasserflächen, nicht aber die Liegeplätze selbst. Sie betonten zudem, das Betriebsverbot würde den Betrieb des Unternehmens, das von kritischer Bedeutung sei und internationale Verträge habe, erheblich beeinträchtigen. Die SPFU, als Verpächterin, erhob keine Ansprüche gegen die LLC „ChRP“ und überließ die Entscheidung dem Gericht.
Nach Prüfung der Argumente der Parteien kam der Richter zu dem Schluss, dass die Ankerplätze Beweismittel darstellen und ihre Beschlagnahme zur Sicherung des Eigentums und zur Gewährleistung der Ermittlungen erforderlich ist. Die Beschlagnahme sieht kein Nutzungsverbot vor, sondern beschränkt lediglich die Veräußerung und Verfügung, was nach Ansicht des Gerichts den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit und Rechtmäßigkeit entspricht.
Das Unternehmen gehört der PrJSC „Antarktika“, die wiederum Offshore-Wurzeln hat. Laut dem Portal Opendatabot sind die Gründer des Unternehmens Espert Holdings Ltd., Meidcom Ltd. und ZAO Ukrtransitservice Ltd.

