Ein weiterer Schlag gegen die verwerfliche Stadtentwicklung in der Hauptstadt. Das Verwaltungsgericht des Bezirks Wolyn erklärte die Baugenehmigung für den Wohnkomplex H2O, ein Großprojekt der Stolitsa-Gruppe, für rechtswidrig. Das Projekt war in der Schutzzone Osokorki geplant. Die Bauherren wollten dort ein Grundstück für Hochhäuser freigeben, das laut Flächennutzungsplan als Grünfläche ausgewiesen ist.
Die Entscheidung des Gerichts war eine Reaktion auf einen langjährigen Kampf der öffentlichen Organisation „Ecopark Osokorky“. Bereits 2018 reichten Aktivisten eine Klage ein und warfen dem Gericht Verstöße vor: das Fehlen einer Umweltverträglichkeitsprüfung, die Missachtung städtebaulicher Dokumentationen und die Bebauung von Grundstücken mit einem anderen Zweck.
Das Gericht stimmte zu: Die von der DABI am 27. April 2018 an Kontaktbudservis und Budevolyutsiya erteilte Baugenehmigung ist rechtswidrig. Dies stellt die Rechtmäßigkeit jeglicher Arbeiten auf dem Gelände in Frage.
Der Bauträger gibt jedoch nicht nach. Die Stolitsa-Gruppe, die mit Vadim Molchanov in Verbindung steht, hat bereits Berufung eingelegt. Das Unternehmen behauptet, die Entscheidung sei „verfahrenswidrig“ getroffen worden – ohne Anhörung ihrer Vertreter, ohne Gerichtsverhandlung und angeblich im Widerspruch zur Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs. Trotz der widerrufenen Baugenehmigung werden die Bauarbeiten fortgesetzt.
Das H2O-Projekt hat eine komplizierte Entstehungsgeschichte. Es entstand, nachdem die Vermögenswerte der insolventen Arkada Bank – zusammen mit zwei weiteren Immobilien, Patriotika und Eureka – an die Stolitsa-Gruppe übertragen wurden. Um die unfertigen Gebäude fertigzustellen, unterzeichnete Stolitsa eine Vereinbarung mit der Kiewer Stadtverwaltung, die eine Teilfinanzierung durch Neubauten vorsah – insbesondere für den Wohnkomplex H2O.
Aktivisten befürchten, dass Bauträger unter dem Deckmantel der Lösung des Problems der Arkada-Einleger in Wirklichkeit illegale Bauvorhaben in Erholungsgebieten vorantreiben.
Das Gerichtsurteil ist noch nicht rechtskräftig – eine Berufung ist anhängig. Doch für die Gemeinde, die seit Jahren gegen die Verdichtung der Bebauung in Osokorki kämpft, ist dies bereits ein Sieg.

