In der Ukraine wurde ein weiterer wichtiger Präzedenzfall geschaffen: Das Gericht hob die Geldstrafe gegen einen Bürger auf, der eine gültige Befreiung vom Wehrdienst hatte und dem Zentralen Zivilkorps (ZK) alle relevanten Dokumente mit persönlichen Daten übermittelt hatte. In der Gerichtsentscheidung wurde klargestellt: Das ZK hatte keine Grundlage für eine verwaltungsrechtliche Haftung.
Der Mann hatte bereits 2022 eine militärmedizinische Untersuchung absolviert und daraufhin eine rechtliche Aufschiebung erhalten. Er reichte mit dem entsprechenden Antrag beglaubigte Kopien von Dokumenten ein, die seine aktuellen Registrierungsdaten enthielten.
Am 30. Mai 2024 erschien er aufgrund einer Vorladung beim CCC, doch Vertreter des territorialen Zentrums erstellten einen Verwaltungsbericht, weil er seine persönlichen Daten angeblich zwischen dem 19. Mai und dem 16. Juli nicht rechtzeitig aktualisiert hatte.
Die CCC argumentierte vor Gericht, dass der Bürger seinen Antrag nicht persönlich gestellt und seine Daten nicht über das Portal aktualisiert habe, das Gericht sah dies jedoch anders.
Das Gerichtsurteil stellt eindeutig fest: Bevor die CCC von einem Bürger die Angabe persönlicher Daten verlangt, ist sie verpflichtet, alle Möglichkeiten der elektronischen Datenerfassung auszuschöpfen. Dies ist in der Anmerkung zu Artikel 210 des Ordnungswidrigkeitengesetzes vorgesehen.
Das Gericht betonte, dass keine Beweise dafür vorgelegt wurden, dass das CCC tatsächlich versucht habe, andere staatliche Datenbanken zu kontaktieren oder elektronische Informationsaustauschdienste zu nutzen.
Außerdem wurden keine Änderungen in den persönlichen Daten des Bürgers festgestellt, die einer Klärung bedürfen – beispielsweise Änderungen des Wohnorts, des Gesundheitszustands oder anderer wichtiger Informationen.
Diese Entscheidung bestätigt eine wichtige Norm: Bürger müssen nicht persönlich beim CCC erscheinen, wenn ihre Daten bereits übermittelt wurden und über staatliche Register verfügbar sind. Darüber hinaus sind die staatlichen Behörden verpflichtet, mit allen verfügbaren Mitteln nach Informationen zu suchen.
Für Tausende von Wehrpflichtigen bedeutet dies, dass das CCC Geldstrafen nicht „automatisch“ verhängen kann – sondern nur unter der Bedingung, dass sich alle anderen Methoden der Informationsbeschaffung als unwirksam erwiesen haben.
Rechtsanwälte raten Bürgern, die aufgrund von Verzögerungen oder anderen rechtlichen Gründen einen Antrag verspätet stellen, alle Unterlagen aufzubewahren und keine Angst davor zu haben, ihre Rechte vor Gericht zu verteidigen.
Der Hinweis zu Artikel 210 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten kann sich als echter Schutzschild erweisen, wenn Geldbußen verhängt werden, ohne die elektronischen Möglichkeiten des Staates zu berücksichtigen.

