Das Ministerkabinett der Ukraine hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der ein neues System zur Besteuerung von Waren und Dienstleistungen einführt, die über gängige Online-Marktplätze wie OLX, Prom, Rozetka und andere verkauft werden. Dies gab der Regierungsvertreter im Parlament, Taras Melnychuk, bekannt.
Dem Dokument zufolge werden Online-Plattformen verpflichtet, Verkäufern automatisch eine Steuer von 5 % und eine Militärabgabe von 5 % für jede Transaktion in Rechnung zu stellen. Damit plant der Staat, Gewinne zu legalisieren, die außerhalb des offiziellen Steuersystems fließen.
Der Gesetzentwurf gilt nicht nur für Waren, sondern auch für Dienstleistungen: die Vermietung von Immobilien, Parkplätzen, Transportmitteln sowie die Erbringung persönlicher Dienstleistungen (zum Beispiel Friseur- oder Reparaturdienste).
Der Gesetzentwurf legt besonderen Wert auf die Regelmäßigkeit der Verkäufe. Wer mehr als drei Waren oder Dienstleistungen pro Jahr oder für einen Betrag von über 2.000 Euro verkauft, ist verpflichtet, ein separates Bankkonto für diese Transaktionen zu eröffnen.
Das Finanzamt erhält zudem neue Befugnisse zur Erfassung von Informationen über die Banktransaktionen solcher Verkäufer. Dies ermöglicht es ihm, Handelsvolumina zu verfolgen und Steuerhinterziehung zu verhindern.
Oppositionspolitiker haben die Initiative bereits kritisiert und auf die Gefahr hingewiesen, dass Kleinunternehmen und Privatpersonen, die online etwas dazuverdienen, unter Druck geraten könnten. Der Gesetzentwurf muss jedoch noch von der Werchowna Rada geprüft und verabschiedet werden.

