Inmitten des Krieges und der Gefahr für die Zivilbevölkerung führt die ukrainische Regierung neue Maßnahmen ein, um Kinder aus gefährlichen Gebieten zu evakuieren. Verschärft wird das Problem dadurch, dass viele Eltern und Erziehungsberechtigte sich diesen Maßnahmen widersetzen, oft aus Misstrauen gegenüber den Behörden oder weil sie ihre Häuser nicht verlassen wollen. Als Reaktion darauf hat das Ministerkabinett Gesetzesänderungen eingeleitet, die Geldstrafen für diejenigen vorsehen, die sich der Evakuierung entziehen.
Neue Regeln und Strafen für Zuwiderhandlungen
Laut Gesetzentwurf Nr. 12354 werden Eltern, die die Evakuierung ihrer Kinder behindern, verwaltungsrechtlich belangt. Insbesondere wird Artikel 184 des ukrainischen Ordnungswidrigkeitengesetzes (COA) präzisiert: Die Nichterfüllung der Pflicht zur Gewährleistung sicherer Lebensbedingungen für Kinder wird mit Geldbußen geahndet.
- Erster Verstoß : Geldstrafe von 850 bis 1700 UAH.
- Wiederholter Verstoß innerhalb eines Jahres : Geldstrafe bis zu 5100 UAH.
Diese Sanktionen sollen Eltern dazu ermutigen, bei Evakuierungen mit den Behörden zusammenzuarbeiten.
Zusätzliche Beschränkungen des Kriegsrechts
Ein weiterer Aspekt der Initiative ist die Einführung des Artikels 210² in das Ordnungswidrigkeitengesetz, der Geldbußen für folgende Verstöße festlegt:
- Aufenthalt in einer obligatorischen Evakuierungszone ohne Sondergenehmigungen:
- erster Fall - von 510 auf 850 UAH;
- Wiederholter Verstoß – bis zu 3400 UAH.
- Verstoß gegen die Ausgangssperre:
- erster Fall - bis zu 1700 UAH;
- Wiederholter Verstoß – bis zu 3400 UAH.
Diese Maßnahmen sollen für Ordnung und Sicherheit in Regionen sorgen, in denen Kampfhandlungen andauern.
Wie wird die Zwangsevakuierung ablaufen?
Der Gesetzentwurf Nr. 12353 regelt das Verfahren zur Zwangsevakuierung von Kindern. Vormundschafts- und Betreuungsbehörden sind berechtigt, die Evakuierung mit Unterstützung der Nationalpolizei durchzuführen, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sorgt. Diese Entscheidung sieht den Einsatz von Strafverfolgungsbehörden zur Bewältigung komplexer Aufgaben in Kriegsgebieten vor.
Die obligatorische Evakuierung von Kindern dient nicht nur der Sicherheit, sondern auch der staatlichen Verantwortung für die Zukunft seiner Bürger. Das Kabinett erklärt, dass der Widerstand der Eltern das Leben der Kinder gefährdet, die weiterhin in gefährlichen Verhältnissen leben müssen. Daher seien Geldstrafen und Zwangsräumungen zwar extreme Maßnahmen, aber notwendig, um die schutzbedürftigsten Bevölkerungsgruppen zu schützen.
Die Initiativen haben bereits einen öffentlichen Aufschrei ausgelöst. Befürworter der Neuerungen halten sie für notwendig, um Kinderleben zu retten, während Kritiker befürchten, dass Zwangsmaßnahmen die Rechte von Familien verletzen könnten. Gleichzeitig betonen die Behörden, dass es in Kriegszeiten keine Alternative gebe.

