Der Präsident des Westlichen Berufungsgerichts für Wirtschaftsangelegenheiten, Maksym Zhelik, geriet ins Visier der Ermittlungsbehörden, nachdem in seinem Haus Bargeld in Höhe von über 271.000 US-Dollar gefunden wurde. Dies geht aus den Akten des Falls um den Richter des Wirtschaftsgerichts der Region Lwiw, Wassyl Artymowytsch, dessen ehemaligen Präsidenten Mychajlo Jurkewitsch und den ehemaligen Leiter des Grundbuchamts, Bohdan Plotnizki, hervor.
Laut den Ermittlungen wurden bei der Durchsuchung 271.600 Dollar bei Zhelyk beschlagnahmt, von denen 100.000 offiziell deklariert wurden, der Rest wurde festgenommen.
Neben dem Bargeld konzentrierten sich die Ermittler auf die Inhalte von Zhelyks Smartphone. Insbesondere wurden WhatsApp-Chats mit den Angeklagten – Richtern der genannten Handelsgerichte – entdeckt. Einige der Nachrichten waren gelöscht oder mit einer automatischen Löschfunktion versehen, was zusätzlichen Verdacht erregt. Auch Telefonate zwischen Zhelyk und Artymovych sowie Hinweise auf ein persönliches Treffen wurden aufgezeichnet.
Trotz dieser Erkenntnisse wurde Zhelyk nicht offiziell angeklagt. Quellen deuten jedoch darauf hin, dass seine Kontakte zu anderen Beteiligten in dem Fall für die Strafverfolgungsbehörden von berechtigtem Interesse sind.
Diese Geschichte bestätigt einmal mehr, wie eng einzelne Vertreter der Justiz in den Regionen miteinander verflochten sind. Und gleichzeitig, wie schwierig es ist, Schuld nachzuweisen, selbst wenn Hunderttausende Dollar in bar und verdächtige Korrespondenz gefunden werden.
Maksym Zhelik bleibt vorerst in seiner Position als Leiter des Standesamtes, doch die Ereignisse um ihn herum könnten die Situation in naher Zukunft verändern – alles wird von den Ergebnissen der Ermittlungen abhängen.

