Der Poltawaer Hals-Nasen-Ohren-Arzt Ruslan Slinchuk, der auch als nicht-stabsständiges Mitglied der militärmedizinischen Kommission im Stadt-Zentralkomitee tätig ist, steht im Fokus einer Antikorruptionsuntersuchung. Die Nationale Antikorruptionsbehörde (NACP) überprüfte seine Steuererklärung für 2023 und stellte fest, dass das Vermögen des Arztes sein offizielles Einkommen deutlich übersteigt. Die Differenz beläuft sich auf insgesamt 7,8 Millionen UAH.
Ruslan Slinchuk gab Bargeld in Höhe von 767.000 UAH, 87.000 USD und 61.000 EUR an, was insgesamt 6,66 Millionen UAH entspricht. Seine Frau Olena Slinchuk, Gründerin von „RO Euromed“, steuerte weitere Ersparnisse in Höhe von 3,19 Millionen UAH bei. Laut offiziellen Angaben belief sich Ruslans Gesamteinkommen in den letzten 25 Jahren jedoch lediglich auf 4,23 Millionen UAH, das seiner Frau auf 865.000 UAH. Selbst unter Berücksichtigung von Erbschaften, Immobilien und Autoverkäufen bleibt die Herkunft der Millionen unklar.
Ein weiterer interessanter Punkt war das hohe Darlehen, das Slinchuk im Juli 2023 gewährte. Er überwies 1,9 Millionen UAH (umgerechnet etwa 52.000 US-Dollar) an eine unbekannte Person. Auf die Frage nach der Herkunft des Geldes antwortete der Arzt, es handele sich um seine „Ersparnisse“. Berechnungen der NACP ergaben jedoch, dass sein Einkommen einen solchen Betrag nicht zuließ.
Auch bei seinen Autos gab es Unstimmigkeiten. Ein Toyota Camry (2012), ein Volkswagen Passat (2015) und ein Audi A6 (2014) wurden mit einem Gesamtwert von 613.000 UAH angegeben, was deutlich unter ihrem Marktwert liegt. Slinchuk selbst erklärte, er habe die Fahrzeuge beschädigt auf Auktionen erworben. Eine Untersuchung ergab jedoch, dass der tatsächliche Wert dieser Autos in gutem Zustand 2,7 Millionen UAH beträgt.
Darüber hinaus baut der Arzt seit 2008 in Poltawa ein Haus mit einer Fläche von 179 Quadratmetern. Er gab an, der Bau sei schrittweise erfolgt und er habe die Materialien bar auf dem Markt gekauft. Allerdings legte er dafür keine Belege vor.
Die Nationale Antikorruptionsbehörde (NACP) fand in seiner Erklärung Hinweise auf Falschangaben, die unter Artikel 366-2 Absatz 2 des ukrainischen Strafgesetzbuches fallen. Dies bedeutet, dass Slynchuk strafrechtliche Konsequenzen drohen.

