In Kiew laufen Durchsuchungen im Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Stadtverwaltung und in nachgeordneten städtischen Betrieben. Das Rathaus behauptet, die Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden seien ein Druckmittel und ein Versuch der Diskreditierung.
Laut offizieller Stellungnahme der Verwaltung erfolgen die Durchsuchungen ohne vorherige Anträge oder Gerichtsbeschlüsse zur Dokumentenbeschaffung. Die Behörde merkt an, dass die Mitarbeiter den Ermittlern die angeforderten Unterlagen zur Verfügung stellen, die sich bereits im öffentlichen Bereich befinden. Gleichzeitig haben die Durchsuchungen nach Angaben von Beamten die Arbeit von Institutionen und deren Betrieben effektiv lahmgelegt.
„ Die Strafverfolgungsbehörden nutzen weiterhin Gerichte und Durchsuchungen als Instrument, um Druck auf die Aktivitäten der Kiewer Stadtverwaltung auszuüben und diese zu diskreditieren “, erklärte der Pressedienst der Kiewer Stadtverwaltung in einer Stellungnahme.
Am 13. August gaben Staatsanwälte der Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft und der Bezirksstaatsanwaltschaften gemeinsam mit der Polizei und dem Staatlichen Ermittlungsbüro bekannt, dass gegen 22 Personen, darunter Beamte städtischer Betriebe und Abteilungen der Kiewer Stadtverwaltung, ein Verdacht besteht. Ihnen wird Amtspflichtverletzung sowie Beihilfe zur Veruntreuung von Haushaltsmitteln vorgeworfen. Der Schaden wird auf über 230 Millionen UAH geschätzt.
Beispiele hierfür sind die Einstellung des U-Bahn-Verkehrs auf der Strecke von Lybidska nach Teremki sowie überhöhte Kosten für Reparaturen und die Warenversorgung.
Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko bezeichnete die Verdächtigungen gegen Beamte am 14. August als „Informationsnebel“. Seinen Angaben zufolge übt die Zentralregierung seit 2019 Druck auf Kiew aus und versucht, die Stadtverwaltung zu desorganisieren. Solche Aktionen erschweren sogar die Unterstützung des ukrainischen Militärs.
Zusätzlich zu den Durchsuchungen wird eine Prüfung durch den staatlichen Rechnungshof vorbereitet. Dessen Leiterin, Alla Basalayeva, bestätigte, dass die Prüfer die Wirtschafts- und Investitionsabteilung der Kiewer Stadtverwaltung inspizieren werden, obwohl keine Einladung des Bürgermeisters der Hauptstadt vorliegt.

