Das Ministerkabinett der Ukraine hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der klar definiert, wer während des Kriegsrechts Anspruch auf Befreiung vom Mobilmachungsdienst hat. Der Entwurf wurde bereits für die Vorlage an die Werchowna Rada vorbereitet. Seine Bestimmungen betreffen vor allem Studierende, Wissenschaftler und Lehrer.
Dies gaben der Regierungsvertreter im Parlament, Taras Melnychuk, und der Volksabgeordnete Oleksiy Honcharenko bekannt.
Zu den wichtigsten Bestimmungen gehört die Festlegung von Personenkategorien, die nicht zur Mobilisierung verpflichtet sind, sofern sie die Kriterien erfüllen.
Wer kann einen Zahlungsaufschub beantragen?
Dem Gesetzentwurf zufolge erhalten folgende Personen einen Aufschub:
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Schüler von Berufsschulen und Studenten von Hochschulen, die spätestens ein Jahr vor Erreichen der Altersgrenze für die Mobilmachung eingetreten sind;
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Universitätsstudenten, die zum ersten Mal ein bestimmtes Hochschulniveau anstreben;
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Doktoranden, Praktikanten und Assistenzärzte – vorausgesetzt, sie studieren zum ersten Mal auf dem entsprechenden Niveau;
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Wissenschaftliche, wissenschaftlich-pädagogische und pädagogische Fachkräfte, die in Einrichtungen aller Bildungsstufen – von Schulen bis hin zu wissenschaftlichen Instituten – mit einem Beschäftigungsumfang von mindestens 0,75 arbeiten;
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Lehrkräfte von Einrichtungen der außerschulischen Bildung (z. B. Gruppenleiter), sofern sie vor Beginn des Jahres 2025 offiziell angestellt waren.
Eine weitere wichtige Voraussetzung für Studierende ist, dass sie bei Eintritt in die Bildungseinrichtung das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben dürfen und dass es sich um ein Vollzeit- oder Doppelstudium handelt.
Wer verliert das Recht auf Aufschub?
Folgende Personen können keine Stundung erhalten:
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Männer ab 25 Jahren, die bereits einen Hochschulabschluss besitzen und eine zweite Ausbildung auf dem gleichen oder einem niedrigeren Niveau anstreben;
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Personen, die ihr Studium im Ausland nach dem 24. Februar 2022 begonnen haben.
Der neue Gesetzentwurf zielt darauf ab, Gesetzeslücken zu schließen und den Missbrauch von Scheinausbildungen zur Vermeidung der Mobilmachung zu verhindern. Sollte das Parlament dem Dokument zustimmen, könnte es ein wichtiger Schritt zur Regelung der Fragen der Wehrdienstverweigerung und -aufschiebung während des Kriegsrechts sein.

