Im Rahmen des neuen Finanzierungsprogramms riskiert die Ukraine, dem IWF mehr als eine Milliarde Dollar zu viel zu zahlen

Laut einer Prognose von Oleksandr Parashchiy, Leiter der Analyseabteilung des Investmentunternehmens Concorde Capital, könnte die Ukraine im Rahmen des neuen Programms der Erweiterten Kreditfazilität (EFF) des Internationalen Währungsfonds (IWF) für den Zeitraum 2026–2029 mehr an diesen zahlen, als sie an Krediten erhalten wird.

Laut dem Experten entspricht die von der Ukraine im Rahmen des neuen Programms erwartete Finanzsumme nahezu den zukünftigen Zahlungen an den IWF im selben Zeitraum. Daher könnte die Bilanz zwischen erhaltenen Mitteln und Zahlungen negativ ausfallen.

Parashchiy merkt an, dass die Ukraine laut vorläufigen Berechnungen in den nächsten vier Jahren dem Fonds etwa 1,13 Milliarden US-Dollar mehr zahlen könnte, als sie im Rahmen des Programms erhält. Diese Situation erscheint ihm ungewöhnlich, da IWF-Programme üblicherweise darauf ausgelegt sind, die Finanzstabilität von Ländern zu unterstützen und nicht den Staatshaushalt zusätzlich zu belasten.

Der Analyst legte besonderes Augenmerk auf die Zinsstruktur der Kredite des Fonds. Derzeit liegt der Basiszins bei etwa 2,68 % pro Jahr. Hinzu kommt die Standardmarge des IWF von 0,60 %. Für Länder mit hohem Kreditvolumen wird außerdem ein Aufschlag erhoben, der bis zu 2,75 % pro Jahr betragen kann.

Laut Experten ist es dieser Aufschlag, der die endgültigen Kreditkosten für die Ukraine maßgeblich beeinflusst. Der Mechanismus wurde vom Fonds selbst eingeführt, um den übermäßigen Einsatz großer und langfristiger Finanzmittel zu begrenzen.

Parashchiy betonte, dass die Ukraine diesen zusätzlichen Zinssatz auch für ihre Verpflichtungen gegenüber dem Fonds zahlt. Seinen Schätzungen zufolge könnte das Land allein aufgrund des Zuschlags für hohe Verschuldung im Rahmen des neuen Programms zusätzliche 900 Millionen Dollar zahlen.

Analysten zufolge bedeutet eine solche Zahlungsstruktur, dass die Zusammenarbeit mit dem IWF in den kommenden Jahren für die finanzielle Stabilität des Landes weiterhin wichtig sein wird, gleichzeitig aber ein sorgfältiges Management der öffentlichen Verschuldung und der Haushaltsausgaben erfordert.

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