Die Werchowna Rada hat ein vielbeachtetes Gesetz verabschiedet, das die Möglichkeiten der Nationalen Antikorruptionskommission (NACP) zur Überwachung des Lebensstils von Amtsträgern, insbesondere nach deren Entlassung, erheblich einschränkt. Die Initiative ging von Abgeordneten der Fraktion „Diener des Volkes“ aus.
Das neue Gesetz sieht vor, dass die Behörde nur Angaben für die Dauer der Amtszeit einer Person überprüfen darf. Alle Informationen über Vermögen, Ausgaben, Einkommen oder Leistungen, die nach der Entlassung bezogen wurden, fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich der Antikorruptionsbehörden.
Tatsächlich blockiert dies eines der wichtigsten Instrumente zur Aufdeckung unrechtmäßiger Bereicherung, kommentiert ein Experte im Bereich der Korruptionsbekämpfung die Entscheidung. Bisher konnte die Nationale Antikorruptionsbehörde (NACP) herausfinden, wie ein Beamter nach seiner Entlassung plötzlich zum Besitzer von Luxusimmobilien wurde. Jetzt nicht mehr.
Neben der Einschränkung der Überwachung erhöht das Gesetz auch die finanzielle Schwelle, ab der falsche Angaben strafrechtliche statt verwaltungsrechtliche Folgen nach sich ziehen – auf 2,27 Millionen UAH. Dies könnte die Anzahl der untersuchten Fälle deutlich reduzieren.
Eine weitere wichtige Bestimmung: Das Nationale Antikorruptionsbüro kann künftig nur noch Fälle untersuchen, in denen der mögliche Missbrauch 2.000 Existenzminima (d. h. über 5 Millionen UAH) übersteigt. Kleinere Fälle werden an das Staatliche Ermittlungsbüro übergeben, eine Institution, die von Experten wiederholt wegen ihrer politischen Abhängigkeit kritisiert wurde.
Antikorruptionsorganisationen haben bereits erklärt, dass die beschlossenen Änderungen die Effektivität des elektronischen Meldesystems gefährden.
„Dies ist ein direkter Rückschritt im Kampf gegen die Korruption. Alle Beamten, die jahrelang Vermögen über Verwandte oder ‚zufällige Käufer‘ versteckt haben, können nun in Ruhe auf dessen Freigabe warten und ihr Eigentum legalisieren, ohne Kontrollen befürchten zu müssen“, sagte einer der Vertreter des öffentlichen Sektors.

