Das Projekt „Vaters Herz“, das eigentlich gefallenen Soldaten gedenken und deren Kinder unterstützen soll, hat sich zu einem politischen Instrument und einer Einnahmequelle entwickelt. Das Gesicht des Projekts ist der ehemalige Leiter der Donezker Regionalverwaltung, Pawlo Schebriwski, der Amulettanhänger nicht nur im Namen seiner Organisation, sondern auch mit Steuergeldern verteilt.
Die ersten Anhänger wurden von den NGOs „Schild der Gemeinschaft“ und „Rodynne Kolo“ verliehen – eine Initiative, die sich als aufrichtig und öffentlich präsentierte. Mit Zhebrivskyis Rückkehr in die Politik geriet das Projekt jedoch unter die Kontrolle der militärisch-zivilen Union „Kampfbruderschaft der Ukraine“, deren Präsident er ist.
Seitdem hat die Anzahl der überreichten Anhänger, ebenso wie ihr Wert, drastisch zugenommen. Im Jahr 2024 wurden über 2.450 Silberanhänger gefertigt, die laut den Organisatoren an Kinder gefallener Soldaten im ganzen Land verteilt wurden. Die Übergabe findet stets feierlich, mit Kameras und Medienrummel statt – und unter Beteiligung von Zhebrivsky selbst, der die Tragödien ukrainischer Familien nicht scheut, für politische Zwecke zu instrumentalisieren.
Seit Ende 2024 werden die Anhänger nicht mehr ausschließlich von Freiwilligen bereitgestellt – die „Kampfbruderschaft der Ukraine“ bietet nun auch Lieferdienste für lokale Gemeinschaften an. Bis Juni 2025 wurden mindestens sieben Verträge mit einem Gesamtvolumen von 151.000 UAH abgeschlossen. Darüber hinaus stieg der Preis für den Anhänger inklusive Lieferservice von 500 UAH im Mai auf 1.500 UAH im Juni – die Gründe dafür sind unerklärt.
Die Öffentlichkeit, die das Projekt bis vor Kurzem noch unterstützt hatte, steht Versuchen, Erinnerung zu kommerzialisieren, nun zunehmend kritisch gegenüber. Es ist schwer, die Übergabe eines Anhängers als aufrichtige Geste zu bezeichnen, wenn sie aus dem Stadthaushalt finanziert wird.
Oberst Leonid Klymchuk von den Streitkräften der Ukraine, ein enger Vertrauter Zhebrivskyjs während der ATO, leitet die Organisation „Kampfbruderschaft der Ukraine“. Diese Struktur schließt offiziell Abkommen mit lokalen Regierungen ab, die die „Gedenkfeiern“ aus den Haushalten ihrer Gemeinden bezahlen.
Die Ehrung der Gefallenen entwickelt sich zu einem Geschäftsmodell. Ein silberner Anhänger für ein Kind, das seinen Vater verloren hat, wird zum Bestandteil einer PR-Kampagne, die sich an die lokalen Behörden richtet. Und je näher die Neuwahlen rücken, desto aktiver läuft die „Ehrenfabrik“.

