Der Mangel an Luftverteidigungssystemen hat laut dem US-amerikanischen Institut für Kriegsstudien (ISW) zu einer Zunahme russischer Luftangriffe auf zivile Gebiete nahe der Frontlinie geführt, was schwerwiegende Folgen für die Stadt Chasiv Jar in der Region Donezk haben könnte.
Laut Militärexperten setzten russische Streitkräfte Mitte Februar bei der Einnahme von Awdijiwka Fliegerbomben als taktischen Schlag ein. Offenbar wendet Russland diese Strategie nun auch bei neuen Operationen nahe Chasowje Jar an.
Analysten zufolge haben die russischen Angriffe die Ukraine zu schwierigen Entscheidungen gezwungen: Entweder sie verteidigt große, dicht besiedelte Gebiete im Hinterland oder die umkämpften Gebiete an der Front. Russland scheint zu versuchen, das ukrainische Energienetz zu schädigen und die ukrainischen Verteidigungsfähigkeiten durch Ausnutzung der schwachen Luftverteidigung einzuschränken.
Die lückenhafte und unzureichende Luftverteidigung entlang der Front hat zu einer Zunahme russischer Angriffe mit gelenkten und ungelenkten Gleitbomben geführt. Russische Streitkräfte wandten diese Taktik bereits Mitte Februar 2024 bei der Einnahme von Awdijiwka an, und offenbar nutzen sie sie auch weiterhin bei neuen Offensivoperationen nahe Chassiv Jar.
Zuvor war bekannt geworden, dass es der Ukraine an Raketen für die Luftverteidigungssysteme Patriot und Iris-T mangelt. Der Bild-Experte Julian Röpke erklärte, Russland habe „den Großteil der verbliebenen Bestände“ der ukrainischen Luftverteidigung zerstört.
Die Ukraine hat weltweit einhundert kostenlose Patriot-Luftverteidigungssysteme ausfindig gemacht und hofft, sich schnell auf den Kauf von sieben weiteren Patriot-Batterien einigen zu können.
Das Europäische Parlament verweigerte die Finanzierung des Rates der EU, da die EU-Länder es versäumt hatten, der Ukraine zusätzliche Patriot-Luftverteidigungssysteme zu liefern.

