Im August 2024 verzeichnete die ukrainische Wirtschaft ein Wachstum von 3,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die ersten acht Monate des Jahres wird auf 3,9 % [±1 %] geschätzt. Dies teilte das ukrainische Wirtschaftsministerium mit.
Laut Wirtschaftsministerium waren Industrie, Transport, Baugewerbe und Binnenhandel die Haupttreiber des Wirtschaftswachstums. Julia Swrydenko, Erste Stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin der Ukraine, merkte an, dass Unternehmer im August erstmals seit mehreren Monaten ihre Einschätzungen ihrer Geschäftstätigkeit für die nahe Zukunft verbessert hätten. Dies sei auf den Rückgang der Stromausfälle zurückzuführen, was sich positiv auf die Verbraucherstimmung ausgewirkt habe.
Der ukrainische Seekorridor trug ebenfalls zum Wirtschaftswachstum bei. Die hohe Investitionsnachfrage nach Maschinenbauprodukten und Baustoffen sowie die positive Entwicklung der Industrie führten zu einem Anstieg des inländischen Schienengüterverkehrs. Im Baugewerbe nahm die Aktivität aufgrund der Instandsetzung kritischer Infrastruktur und der Reparatur von Straßenoberflächen zu.
Trotz positiver Tendenzen steht die Wirtschaft vor einigen Herausforderungen. Hauptprobleme sind der Fachkräftemangel, der die Wirtschaftstätigkeit bremst. Auch in der Landwirtschaft gibt es Schwierigkeiten, die aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen zu geringeren Erträgen bei den Frühjahrskulturen im Vergleich zum Vorjahr geführt haben.
Im Juli 2024 beschleunigte sich das BIP-Wachstum auf 2,7 % (im Juni lag dieser Wert bei 1,6 %). Das Wachstum für Januar bis Juli 2024 wird auf 4,0 % [±1 %] geschätzt.
Auf Grundlage von Prognosen der Nationalbank der Ukraine (NBU) ist für 2025-2026 mit einem realen BIP-Wachstum von 4-5 % zu rechnen. Die wirtschaftliche Erholung wird jedoch durch Probleme im Betrieb des Stromsystems eingeschränkt.

