Kürzlich deckte das Staatliche Ermittlungsbüro einen groß angelegten Korruptionsskandal im Gemeindeverband „Kyivzelenbud“ auf. Nach ersten Schätzungen verdienten die Beteiligten rund 3,5 Millionen Hrywnja durch Aufträge, planten aber, das Zehnfache zu kassieren. Zu den Hauptverdächtigen zählen der ehemalige Geschäftsführer Jurij Bachmat, sein erster Stellvertreter Oleksij Lukash sowie zahlreiche „Auftragnehmer“ und Mittelsmänner.
Das System basiert auf einem simplen, aber zuverlässigen Mechanismus: 15 % der Auftragssumme für die Unterzeichnung von Arbeitszeugnissen und die damit verbundene Berechtigung zur Teilnahme an zukünftigen Ausschreibungen. Die Belohnung ist natürlich inoffiziell.
Den Ermittlungen zufolge organisierten Verantwortliche von Kyivzelenstroy eine kriminelle Vereinigung, der neben den bereits erwähnten Managern drei weitere Angestellte und mehrere Unternehmer angehörten. Obwohl die Dokumente in der Kudryavska-Straße 23 unterzeichnet wurden, fanden die Gespräche über Schmiergeldzahlungen in Restaurants, Tankstellen und sogar in Parks statt, die von denselben Auftragnehmern gestaltet werden sollten.
Im Januar/Februar 2025 verhandelten die Behörden aktiv mit Auftragnehmern und erzielten umgehend Ergebnisse: Nur zwei Unternehmen überwiesen insgesamt 3,4 Millionen UAH. So zahlte beispielsweise die GmbH „Eco Company Service“ zweimal eine Million UAH. Die GmbH „Timbudservice“ entrichtete 1,4 Millionen UAH für die Unterzeichnung von Verträgen im Park „Vidradny“ und in der Nähe der Pivnichny-Brücke. Weitere 56.000 UAH kamen von einem Einzelunternehmer, der ebenfalls hoffte, den Auftrag nicht zu verlieren.
Der Fall enthält zahlreiche Details, die belegen, dass die Korruption in Kyivzelenbud systematisch war. Die Ermittler dokumentierten, dass die Mitglieder der Gruppe Codes verwendeten und Büros und Treffen in einem großen Kreis mieden. Im Büro eines der Manager fanden sie sogar ein Anwaltsbuch mit dem Titel „Suche – ein Zeichen des Erfolgs“.
Eine interessante Nuance: Unter den Unternehmen, denen das Programm angeboten wurde, gab es auch solche, die die Zahlung verweigerten. Dank ihrer Aussagen konnte die Untersuchung mehrere Fälle von Bestechung aufdecken. Am 6. März wurden Verdachtsfälle gegen Bakhmat, Lukash, einen weiteren Beamten und zwei Unternehmer bekannt gegeben. Das Gericht ordnete die Festnahme der Beamten an; die Kaution wurde auf jeweils 51,4 Millionen UAH festgesetzt. Einer der Unternehmer wurde unter Hausarrest gestellt, der andere gegen eine Kaution von 60.000 UAH freigelassen.
Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Die Ermittler haben Grund zu der Annahme, dass die Teilnehmer des Betrugssystems im Jahr 2024 planten, mindestens 25 Millionen UAH zu „verdienen“.
Dies ist nicht die erste Untersuchung gegen Kyivzelenbud. In den vergangenen Jahren wurden bereits Fälle wegen überhöhter Preise beim Kauf von Ausrüstung, des Verdachts auf Scheinfirmen sowie von überhöhten Zahlungen für Krane und Manipulatoren, mit denen angeblich 8 Millionen verdient wurden, eingeleitet. Es gibt zwar Verfahren, aber keine Verurteilungen.
Nach Bakhmats Verhaftung wechselte die Leitung von Kyivzelenbud erneut. Neue Chefin wurde Olga Manko, eine Person aus dem alten Team. Und die Auftragnehmer werden wohl weiterhin arbeiten, nur eben mit neuen Empfängern der Schmiergelder.
Die Zeit wird zeigen, ob der Fall Bakhmat-Lukash zum ersten wirklichen Urteil führen wird. Doch Kiew hat einmal mehr eine Bestätigung erhalten: Selbst im Bereich der Landschaftsgestaltung lassen sich mit Betrugsmaschen zig Millionen verdienen, während die einen Bäume pflanzen und die anderen Pläne umsetzen.

