Die zuständige Abteilung des Staatlichen Ermittlungsbüros (SBI) hat ein Strafverfahren gegen den Lemberger Zollbeamten Andrij Basarab eingeleitet. Ihm werden unrechtmäßige Bereicherung und die Angabe falscher Informationen vorgeworfen. Im Zuge der Ermittlungen wurde der große Hotelkomplex Saltzbork in der Region Lemberg beschlagnahmt, der sich im Mitbesitz der Ehefrau des Verdächtigen befindet.
Wie aus den im Gerichtsregister veröffentlichten Akten und Entscheidungen hervorgeht, leitete das Staatliche Ermittlungsbüro bereits im Mai 2024 Strafverfahren gemäß Art. 366-2 Abs. 1 und Art. 368-5 des ukrainischen Strafgesetzbuches ein. Die Strafverfolgungsbehörden gehen davon aus, dass der Leiter des Zollamts Lwiw, Andrij Basarab, in seiner Steuererklärung für 2023 falsche Angaben gemacht und zudem erhebliche, nicht nachgewiesene Vermögenswerte erworben hat, die sein legales Einkommen übersteigen. Den Akten zufolge verwickelte der Zollbeamte enge Verwandte und eine Vertrauensperson in die Machenschaften.
Die Gerichtsentscheidungen belegen insbesondere, dass die Eltern des Zollbeamten Eigentümer von 25 Grundstücken, mehreren Immobilien (Geschäfte, Büroräume, Autowerkstatt, Café-Bar), drei Wohnhäusern (164,6 m², 141,2 m², 234,3 m²) und einem Toyota Land Cruiser 120 (ab 2008) sind. Die Eltern der Ehefrau des Zollbeamten besitzen zwei Grundstücke, eine Wohnung (40,4 m²), eine Laden-Bar (231,4 m²), ein Gewerbeobjekt (134 m²), zwei Häuser (87,8 m², 259,8 m²) sowie die Fahrzeuge Volkswagen Passat (ab 2020) und Škoda Octavia (ab 2018). Weitere rund 30 Grundstücke und diverse Immobilien gehören der Ehefrau des Zollbeamten und einem Bevollmächtigten.
Ob die von den Strafverfolgungsbehörden genannten Immobilien illegal erworben wurden, ist aufgrund der laufenden Ermittlungen noch unklar. Im Oktober 2024 gewährte das Gericht den Ermittlern Zugang zu Dokumenten, darunter Daten zu den Einkommensquellen (von 1991 bis 2023) des Zollbeamten, seiner Angehörigen und mehrerer anderer Personen.
Im Januar 2025 verhängte das Bezirksgericht Lychakiv in Lwiw eine Verfügung zur Unterschlagung des Hotelkomplexes Saltzbork im Dorf Stara Sil bei Stary Sambir in der Region Lwiw. Der Komplex gehört der Ehefrau eines Zollbeamten und dessen Bevollmächtigten. Laut Website verfügt das Gelände über mehr als 20 Ferienhäuser, ein Hotel, einen See, Pavillons, ein Schwimmbad, einen Wellnessbereich, Billard, eine Bowlingbahn, ein Café und weitere Unterhaltungsmöglichkeiten.
Die Strafverfolgungsbehörden stellten fest, dass nach der Eröffnung von Strafverfahren im Oktober/November 2024 19 Grundstücke und die darauf befindlichen Immobilien, die zum Hotelkomplex gehörten, auf die Firma „Eco-Sambir“ umgebucht wurden. Laut den Daten des Unternehmenssuchsystems YouControl ist die Inhaberin der Firma Lyubov Basarab, die Ehefrau eines Zollbeamten.
„Dies deutet darauf hin, dass er und seine Frau in dem sicheren Wissen, dass im Falle seiner Verurteilung wegen Korruption das durch kriminelle Mittel erlangte Vermögen einer besonderen Einziehung unterliegt, die Grundlage für die erneute Eintragung des oben genannten Vermögens auf Eco-Sambir LLC bildete“, heißt es in dem Gerichtsurteil.
Die Grundstückseigentümer und ihre Anwälte legten beim Gericht Einspruch gegen die Beschlagnahme ein. Sie argumentierten insbesondere, dass Lyubov Basarab einer unternehmerischen Tätigkeit nachgehe und ihr Einkommen legal sei und dass die betreffenden Grundstücke in der Erklärung aufgeführt seien.
Tatsächlich listet der Zollbeamte Andriy Basarab in seiner Erklärung auf der Website der NACP mehrere Immobilien im Dorf Stara Sil auf, die seiner Ehefrau Lyubov Basarab gehören. Die angegebenen Immobilien entsprechen flächenmäßig den im Gerichtsurteil genannten.
Der Untersuchungsrichter gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt und ordnete die Beschlagnahme des Hotelkomplexes in Saltzbork an, indem er dessen Veräußerung untersagte. Das beschlagnahmte Eigentum gehört der GmbH „Eco-Sambir“, der Ehefrau eines Zollbeamten und einer Person, die von den Strafverfolgungsbehörden als dessen Vertrauensperson angesehen wird. Gegen diese Entscheidung kann noch Berufung eingelegt werden.

