In Dnipro nahmen Polizeibeamte einen Anwalt fest, der Wehrpflichtigen für 12.000 US-Dollar ein umfassendes Leistungsspektrum anbot, um der Mobilmachung und der Ausreise zu entgehen. Beamte des Staatlichen Ermittlungsbüros (SBI) und des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) ertappten den Täter auf frischer Tat bei der Annahme des Bestechungsgeldes.
Laut dem staatlichen Ermittlungsbüro organisierte der Anwalt ein komplettes Komplott, das Folgendes umfasste:
- Die Behandlung eines Patienten in einer medizinischen Einrichtung, um eine fiktive Diagnose zu erhalten;
- Urkundenfälschung in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der regionalen Beschaffungszentren (TCC);
- Illegaler Menschenhandel ins Ausland.
Die Strafverfolgungsbehörden stellten fest, dass die Mandanten des Anwalts beim Grenzübertritt dank gefälschter Dokumente und der angeblichen „Verbindungen“ des Anwalts zu Beamten zusätzliche Kontrollen umgehen konnten.

Der Anwalt wurde bei der Übergabe von 12.000 US-Dollar festgenommen. Neben dem Geld wurden in seinem Auto Wehrdienstdokumente mit Siegeln und Beschlüsse von drei weiteren Wehrpflichtigen gefunden. Diese Unterlagen bestätigen das Ausmaß seiner Aktivitäten und seine mutmaßliche Zusammenarbeit mit anderen Angeklagten, darunter auch Mitarbeiter des CCC.

„Der Angreifer prahlte mit seinen Verbindungen zu Regierungsstellen, was bei seinen Klienten Vertrauen in die Garantien seiner Dienstleistungen weckte. Dennoch konnte er sich der Verantwortung nicht entziehen. Er wird derzeit wegen Korruption und Urkundenfälschung bestraft“, so die SBI.
Dieser Fall unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der Korruptionsbekämpfung, insbesondere im Verteidigungssektor und bei der Mobilisierung in Kriegszeiten. Solche Verbrechen untergraben das Vertrauen in staatliche Strukturen und gefährden die Sicherheit des Landes.

