Am Samstag, dem 16. August, feiern orthodoxe Christen in der Ukraine das Fest der Überführung des nicht von Menschenhand geschaffenen Bildes des Herrn Jesus Christus von Edessa nach Konstantinopel. Im Volkskalender ist dieser Tag als „Tag des Erlösers“ oder „Tag des dritten Erlösers“ bekannt.
Geschichte des Feiertags
Der Legende nach suchte der an Lepra erkrankte König von Edessa nach einem Bildnis Jesu. Als der Schreiber versuchte, ihn zu malen, verhinderte die Gnade Gottes dies. Daraufhin wusch sich Christus und trocknete sein Gesicht mit einem Tuch ab, auf dem auf wundersame Weise sein Bild erschien. Dieses Tuch, die erste Ikone, wurde dem König gebracht – und er wurde geheilt. Später wurde der Schrein nach Konstantinopel überführt, wo er zu einer der wichtigsten Reliquien der Stadt wurde.
Welche Traditionen sind erhalten geblieben?
An diesem Tag besuchen Gläubige Gottesdienste und beten für Gesundheit, Wohlergehen und eine reiche Ernte. Frauen bitten die Jungfrau Maria um eine leichte Geburt und um Schutz für ihre Familie. In den Kirchen ist es Brauch, die Früchte der neuen Ernte – Nüsse, Äpfel, Gemüse, Gebäck und Brot – zu segnen.
Deshalb wurde der Feiertag auch „Retter des Nusses“ oder „Retter des Brotes“ genannt. An diesem Tag sollten viele Speisen auf den Tischen stehen – als Zeichen der Dankbarkeit für die Ernte und mit dem Wunsch nach Fülle im kommenden Jahr. Es galt als gutes Omen, Gäste ins Haus zu laden und einen Teil der Leckereien an Bedürftige zu verteilen.
Was Sie tun dürfen und was nicht
Es gibt nicht so viele Verbote wie für andere Erlöser. Die Kirche ruft dazu auf, Streit, Neid, Faulheit und Grausamkeit zu meiden. Man darf sich weder die Haare noch die Nägel schneiden – um kein Glück zu verlieren – und Hilfe ablehnen – das führt zu Armut. Auch mit dem Brot soll man nicht verschwenderisch umgehen: Man muss jedes Stück aufessen, sonst könnte die Familie in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
An diesem Tag ist Arbeit nicht verboten, da Erntezeit ist, aber es ist besser, übermäßig schwierige Aufgaben zu vermeiden.
Zeichen des Nussknacker-Retters
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Wenn die Kraniche schon weggeflogen sind, kommt der Winter früh.
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Eine reiche Nussernte bedeutet, dass es nächstes Jahr reichlich Roggen geben wird.
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Ruhiges Wasser in den Flüssen – der Herbst wird ruhig sein und der Winter – ohne Schneestürme.
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Ein Gewitter an diesem Tag verheißt einen warmen Sommer im nächsten Jahr.
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Die erste Nuss der neuen Ernte muss man selbst essen – das schützt vor dem bösen Blick.
Man glaubt außerdem, dass die Sichtung einer Schlange am 16. August ein gutes Omen für viel Glück sei.

